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US-Bundesstaat Massachusetts: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

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Schiffe der US-Küstenwache patrouillieren in den Gewässern rund um das Joseph Moakley Federal Courthouse in Boston, Massachusetts, USA.
In Boston entstand im 18. Jahrhundert die Unabhängigkeitsbewegung der Sons of Liberty, die in der Boston Tea Party mündete und kurz darauf zur Gründung der USA führte. © picture alliance / dpa / Cj Gunther

Massachusetts mit der Metropole Boston gehört zu den geschichtsträchtigsten Staaten der USA. Viele bekannte Universitäten haben hier ihren Sitz.

Boston – Pilgerväter, Hexen und Prominente: Der US-Bundesstaat Massachusetts hat in seiner langen Geschichte schon viel erlebt. Heute ist er einer der wirtschaftlich stärksten Staaten des Landes und berühmt für seine erstklassigen Bildungseinrichtungen.

Massachusetts: Geschichte und Gründung des Staates

1620 segelten die ersten englischen Puritaner auf der Mayflower in die fruchtbare Region um Cape Cod, wo sie in Plymouth eine Kolonie gründeten. Im folgenden Winter starb fast die Hälfte der Auswanderer. Der Rest überlebte dank Nahrungsmittelspenden der Ureinwohner. Aus dem gemeinsam gefeierten Fest entwickelte sich das heutige Thanksgiving-Fest der USA. Dennoch wurden die in der Region lebenden Stämme in den folgenden Jahrzehnten weitgehend vertrieben oder ausgerottet.

1692 kam es in der Stadt Salem zu den berüchtigtsten Hexenprozessen der amerikanischen Geschichte, bei denen 14 Frauen und 5 Männer zum Tode verurteilt wurden.

In Boston, einer der größten Städte der Kolonien, entstand im 18. Jahrhundert die Unabhängigkeitsbewegung der Sons of Liberty, die in der Boston Tea Party am 10. Mai 1773 mündete und kurz darauf zur Gründung der USA führte. Als sechster von 13 Staaten trat Massachusetts 1788 der Union bei.

Im 19. Jahrhundert war Massachusetts einer der Vorreiter der industriellen Revolution in den USA. In zahllosen Fabriken wurden Kleidung, Schuhe, Werkzeug und mehr hergestellt. Mit der Wirtschaftskrise in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts kam es zu einem großen Firmensterben in der traditionellen Wirtschaft, das einen langen schweren Strukturwandel nach sich zog.

2004 war Massachusetts der erste US-Bundesstaat, der die gleichgeschlechtliche Ehe legalisierte.

Massachusetts: Geografie und wichtige Städte

Massachusetts erstreckt sich von der Atlantikküste im Osten bis zu den Höhenzügen der Berkshires im Westen. Die Geografie des Staates ist von der Küste mit ihren vielen Buchten und Inseln geprägt. Die Hauptstadt Boston liegt an der innersten Stelle der Massachusetts Bay nördlich von Cape Cod.

Die früher vom Walfang geprägten Inseln wie Nantucket und Martha‘s Vineyard sind heute beliebte Sommerferienziele für amerikanische Prominente und Politiker.

Mit knapp 700.000 Einwohnern ist Boston die mit Abstand größte Stadt von Massachusetts. In ihrem Einzugsgebiet liegen einige der wichtigen Bildungseinrichtungen der USA:

Weitere nennenswerte Städte sind Worcester und Springfeld im Landesinneren des Staates.

Massachusetts und seine Wirtschaft

Massachusetts ist heute einer der wohlhabendsten Bundesstaaten der USA. Neben den Bildungseinrichtungen spielen die IT-Branche, Biotechnologie und Banken eine bedeutende Rolle für die Wirtschaft des Staates. Auch der Tourismus trägt einen hohen Anteil zum Wohlstand in der Region um Boston und Cape Cod bei und hat den früher so wichtigen Fischfang ersetzt. Im Landesinneren werden unter anderem Cranberrys, Äpfel und Zuckermais angebaut.

Massachusetts: Bevölkerung und Wahlen

Mit knapp 7 Millionen Einwohnern liegt das kleine Massachusetts bei den am dichtesten besiedelten US-Bundesstaaten auf Platz 5. Aufgrund der Geografie des Staates „drängt“ sich der größte Teil der Bevölkerung an der Atlantikküste um Boston. Die Anteile der wichtigsten Bevölkerungsgruppen:

Von der weißen Bevölkerung von Massachusetts haben etwa 22 % irische Wurzeln. Berühmtester Vertreter dieser Gruppe war der ehemalige US-Präsident John F. Kennedy. Seit seinem Sieg bei den Gouverneurswahlen 1952 stimmte Massachusetts bei Wahlen stets mehrheitlich demokratisch. 2016 konnte Hillary Clinton 60 % der Stimmen für sich gewinnen, während Donald Trump lediglich 32,8 % erreichte.

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