+
Wohnungsanzeigen hängen an einem Schwarzen Brett. Bei der Online-Suche geben Mieter oft sensible Daten preis. Foto: Matthias Balk

Sensible Informationen

Massenweise Datenmissbrauch bei Wohnungssuche in NRW

Düsseldorf (dpa) - Bei der Wohnungsuche werden potenzielle Mieter nach Angaben der nordrhein-westfälischen Datenschutzbeauftragten massenweise aufgefordert, geschützte und sensible Daten preiszugeben.

Bei allen 40 geprüften Maklern und Wohnungsverwaltungen habe es Beanstandungen gegeben, in etwa jedem dritten Fall sogar "auffällig viele", kritisierte die Datenschutzbeauftragte Helga Block in Düsseldorf nach einer Untersuchung ihres Hauses in der Immobilienbranche.

Der Deutsche Mieterbund forderte bundesweite Konsequenzen. "Die Angebote von Maklern, Verwaltern und Vermietern, insbesondere auch der Online-Portale, müssen kontrolliert werden", sagte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten am Montag.

Nach Angaben Blocks werden unter anderem Personalausweise kopiert, es wird nach früheren Wohnsitzen gefragt und nach einer Vorlage der Schufa, die für Kredite relevante Informationen sammelt. Auch bei Fragen zum Beruf und zum Familienstand sei deutlich weniger erlaubt als erfragt werde. Allerdings fühlten sich Mieter vor allem in Ballungsgebieten wegen der angespannten Wohnraumsituation genötigt, Informationen preiszugeben, die teilweise weit über das erforderliche Maß hinausgingen.

Mit der Prüfung sollte die Wohnungswirtschaft für den Datenschutz sensibilisiert werden. Untersucht wurden Immobilienmakler und Wohnungsverwaltungsgesellschaften.

Prüfung des NRW-Landesdatenschutzes

Orientierungshilfe "Einholung von Selbstauskünften bei Mietinteressenten"

Musterformular "Selbstauskunft zur Vorlage bei der Vermieterin oder dem Vermieter"

Pressemitteilung Mieterbund

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

US-Kongress lässt Frist zu Iran-Sanktionen verstreichen
US-Präsident Donald Trump hält das Atomabkommen mit dem Iran für einen schlechten Deal. Er überließ es dem Kongress, sich mit dem unliebsamen Thema auseinanderzusetzen. …
US-Kongress lässt Frist zu Iran-Sanktionen verstreichen
700 Milliarden: Trump beschließt gigantische Erhöhung des Militäretats
Es handelt sich um eine vorstellbare Summe: Auf 700 Milliarden Dollar erhöht Donald Trump den US-Militäretat. Zugleich steht Trump wegen Belästigungsvorwürfen unter …
700 Milliarden: Trump beschließt gigantische Erhöhung des Militäretats
Experten fordern: Sitzenbleiben in der Schule gehört abgeschafft
Klassenziel nicht erreicht? Schüler mit schwachen Leistungen müssen oft eine sogenannte Ehrenrunde drehen. Das Sitzenbleiben gehört aber abgeschafft, fordern Experten. 
Experten fordern: Sitzenbleiben in der Schule gehört abgeschafft
Steinmeier in Ghana: Reformpartnerschaft statt Flucht
Ghana gilt als politisch stabil, wirtschaftlich geht es besser als in den meisten Ländern Westafrikas. Und doch machen sich auch von hier viele Tausend Menschen auf den …
Steinmeier in Ghana: Reformpartnerschaft statt Flucht

Kommentare