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Seinen Kampfanzug hat Wrestler und SPD-Bundestagsabgeordneter Matthias Ilgen an den Nagel gehängt.

"Fieser Freiherr" Matthias Ilgen

Dieser Wrestler sitzt jetzt im Bundestag

Husum - Als „fieser Freiherr“ prügelte der SPD-Politiker Matthias Ilgen jahrelang andere Wrestler durch den Ring. Jetzt hat der 29-Jährige sein Knochenbrecher-Image gegen ein Bundestagsmandat eingetauscht.

Seinen Kampfanzug hat Matthias Ilgen an den Nagel gehängt. Die Woche hat nicht genug Stunden, um sich als SPD- Bundestagsabgeordneter in Berlin in der Energie-, Wirtschafts- und Verkehrspolitik zu engagieren und gleichzeitig als Ringkämpfer in professionellen Wrestling-Kämpfen seinen Mann zu stehen.

Seine Sportkarriere pausiere daher seit Ende 2012, sagt der 29-Jährige. In den kommenden vier Jahren werde er sich nur noch beim Krafttraining in Fitness-Studios austoben. „Wie es nach Ablauf der Legislaturperiode weitergeht - zum Beispiel ob ich noch einmal kandidiere -, werde ich nach drei Jahren entscheiden“, sagt Ilgen.

Der gebürtige Nordfriese startete seine politische Karriere bereits mit 15 bei den Jusos, mit 20 ging er zur Mutterpartei SPD. Jetzt gelang dem selbstständigen Veranstaltungskaufmann der Karrieresprung vom Kommunalpolitiker zum Bundestagsabgeordneten. Für diese Aufgabe stellte Ilgen sogar seinen geliebten Kampfsport hintan.

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Er habe schon als Kind Wrestler werden wollen, erinnert sich Ilgen. Mit 23 stieg er zu seinem ersten Profikampf in den Ring. Einen Kampfnamen hatte er sich damals auch zugelegt: „Matthias Rüdiger Freiherr von Ilgen ist mein Alter Ego im Wrestling-Ring“, erzählt der SPD-Mann. Er spielte im Ring am liebsten die Rolle des „Heels“, des Bösewichts.

Als Wrestler brauche man nicht nur Muskeln, sondern auch Köpfchen, sagt Ilgen. „Das wird häufig unterschätzt.“ Sinn des Wrestling sei, die Leute zu unterhalten. Die Kämpfer müssen daher ihren Kampf taktisch-darstellerisch interessant rüberbringen, ohne den Gegner zu verletzen. „Nichts ist schlimmer als zwei Wrestler, die langweilig aufeinander einprügeln.“

Seine Wrestling-Erfahrungen werden ihm in seiner künftigen Bundestagsarbeit nützlich sein, ist sich Ilgen sicher. „Das dicke Fell, das man entwickelt, kann man in der Politik durchaus gebrauchen.“ Kämpfen will er jetzt für eine gerechte und solidarische Gesellschaft, wie er auf seiner Internetseite schreibt - ohne dabei seinen sportlichen Hintergrund zu erwähnen.

dpa

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