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May sorgt für Wirbel vor den Parlamentswahlen in Großbritannien.

Eklat vor der Parlamentswahl

May boykottiert TV-Debatte der BBC

Raue Töne in Großbritannien: Der britischen Regierungschefin wird Feigheit unterstellt. Zu einer TV-Debatte schickt sie Innenministerin Amber Rudd.

London - Die britische Premierministerin Theresa May hat kurz vor der Parlamentswahl eine Fernsehdebatte boykottiert und steht deshalb in der Kritik. May ließ sich bei einer TV-Debatte der BBC am Mittwochabend von Innenministerin Amber Rudd vertreten. Oppositionsführer Jeremy Corbyn, der selbst erst wenige Stunden vor der Sendung seine Teilnahme angekündigt hatte, warf May vor, sie behandle die Wähler mit "Geringschätzung". Bei der lautstarken TV-Debatte stritten Spitzenvertreter von sieben Parteien lautstark über den geplanten Brexit, die Wirtschaftspolitik, den Klimawandel, die Sicherheitspolitik und die Einwanderung. 

Wie die Wahl ausgeht, können Sie hier im Live-Ticker zu den Unterhauswahlen verfolgen.

Verlieren Mays Konservative die Mehrheit?

Die Grünen-Chefin Caroline Lucas bezeichnete Mays Nicht-Teilnahme als "Akt der extremen Feigheit". May betonte, sie werde nicht an der BBC-Veranstaltung und ähnlichen Terminen teilnehmen, bei denen sie direkt mit Corbyn konfrontiert sei. Das "Gezänk von Politikern" helfe im Wahlprozess nicht weiter. Corbyn hatte eigentlich erklärt, wenn May nicht dabei sei, verzichte er ebenfalls. Nur Stunden vor der Live-Sendung änderte er seine Meinung. In einer aktuellen Umfrage für die Zeitung "The Times" verloren Mays Konservative deutlich an Zuspruch und könnten sogar ihre Mehrheit im Unterhaus bei der Wahl am kommenden Donnerstag verlieren. May wollte sich mit den vorgezogenen Neuwahlen eine starkes Wählermandat für die Brexit-Verhandlungen sichern.

AFP/ch

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