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Premierministerin May spricht von einem der schlimmsten Terroranschläge.

Großbritannien unter Schock

May über Anschlag in Manchester: Angriff auf die Jugend

Die britische Regierungschefin Theresa May spricht nach dem Selbstmordattentat in Manchester von einem feigen Angriff. Die Polizei ermittelt nach Verdächtigen. 

Update vom 23. Mai 2017: Unter den Konzertbesuchern sollen auch die Frau und die beiden Töchter von Pep Guardiola, Cheftrainer von Manchester City, gewesen sein. Das berichten spanische Medien.

London - Der Anschlag bei einem Popkonzert im nordenglischen Manchester war nach den Worten der britischen Premierministerin Theresa May einer der schlimmsten terroristischen Angriffe auf das Land. „Es gibt jetzt keinen Zweifel daran, dass die Bevölkerung Manchesters und dieses Landes Opfer eines eiskalten terroristischen Angriffs geworden ist“, sagte May am Dienstag in London vor ihrem Dienstsitz Downing Street No. 10 nach einer Krisensitzung ihres Sicherheitskabinetts.

Bei dem Selbstmordanschlag eines Mannes am späten Montagabend in Manchester wurden mindestens 22 Menschen getötet. 59 weitere wurden bei der Explosion am Ende eines Popkonzerts des Teenie-Idols Ariana Grande verletzt. Dass unter den Opfern auch Kinder und Jugendliche sind, sorgt weltweit für besondere Bestürzung und Entsetzen.

Polizei kennt die Identität des Attentäters

May sagte, die Polizei kenne wahrscheinlich die Identität des Täters, wolle aber noch keine Details nennen. Zudem werde noch ermittelt, ob er ganz allein handelte oder als Teil eines Netzwerks. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatte der Mann einen selbstgebastelten Sprengsatz gezündet. Er starb demnach bei der Explosion.

Die Regierungschefin sprach von einem Angriff, der mit „kalter Berechnung“ auf die jüngsten Menschen des Landes gezielt habe. Dieser sei besonders widerwärtig und feige, da er auf viele unschuldige, wehrlose Kinder und Jugendliche abgezielt habe. May bekräftigte, „unsere Werte, unser Lebensstil werden immer gewinnen“. 

Die Ideologie, die zu solcher Gewalt führe, müsse bekämpft werden. Sie sage den Tätern und Terroristen, dass sie nicht gewinnen werden, betonte die Regierungschefin weiter und warnte zugleich: „Wir haben immer noch eine hohe Bedrohungslage.“ Angriffe seien weiter sehr wahrscheinlich.

Opfer schweben noch in Lebensgefahr

May sagte, vor Großbritannien lägen nun schwierige Tage. Das ganze Land halte zu den Menschen in Manchester und gedenke der Toten und Verletzten. Sie kündigte für den Nachmittag eine weitere Krisensitzung ihres Kabinetts mit Sicherheitsberatern an. Viele der 59 Verletzten in Manchester sind May zufolge schwer verletzt und schweben teils noch in Lebensgefahr, darunter Kinder und Jugendliche. Alle Behörden erhielten Unterstützung, um Licht ins Dunkel bringen zu können.

Anfang Juni wird in Großbritannien ein neues Parlament gewählt. Der Wahlkampf ist inzwischen unterbrochen worden. Das Attentat ist der schwerste Terroranschlag in Großbritannien seit den Anschlägen in London im Jahr 2005.

Alle Neuigkeiten rund um den Anschlag in Manchester finden Sie im News-Blog auf merkur.de.

dpa

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