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Das Pflaster an Maybrit Illners Kinn wurde zum Hingucker

Ein Pflaster als Hingucker

Maybrit Illner: Warum Platzeck explodierte

Berlin - Wenn Trump nicht mehr der Aufreger ist: Die Highlights bei Maybrit Illners Präsidenten-Talk waren ein kleiner Ausraster - und ein Pflaster am Moderatoren-Kinn.

Es gibt erste kleine Anzeichen, dass sich zumindest die Deutschen langsam an den US-Präsidenten Trump und seine Amtsführung gewöhnen: Eines davon war bei Maybrit Illners Talkrunde am Donnerstagabend zu erleben. 

Denn Trump war zwar eigentlich das Thema der ZDF-Sendung. In Erinnerung blieben aber andere Momente: Ein geharnischter Streit zwischen einem Ex-SPD-Vorsitzenden und dem neuen Bild-Chef. Und ein Pflaster am Kinn der Moderatorin.

Platzeck empört über „Denunziation“

Zum Beinahe-Eklat war es gekommen, als Julian Reichelt, frisch berufener Vorsitzender der Bild-Chefredaktionen, und Matthias Platzeck (SPD) über die Rolle von Russlands Präsident Wladimir Putin in Syrien und in der Ostukraine aneinandergerieten. 

Matthias Platzeck geriet bei Maybrit Illner in Rage.

Illner hatte die Frage gestellt, ob sich Trump und Putin ähnlich seien. Reichelt hielt dem Vorsitzenden des Deutsch-Russischen Forums, Platzecke, vor, Lobbyarbeit pro Moskau zu machen - „bezahlt oder unbezahlt“. Der frühere brandenburgische Ministerpräsident reagierte empört. „Das ist jetzt wirklich ein Hammer, das muss ich mir nicht bieten lassen. Diese Art von Denunziation habe ich zuletzt in der DDR erlebt.“

„Wie bei Loriot“

Für Maybrit Illner wiederum war der Abend eine Art Mini-Comeback, nachdem sie vergangene Woche erkrankt aussetzen musste und Kollege Matthias Fornoff die Moderation übernommen hatte. Am Kinn trug die 52-Jährige ein Pflaster, das zwar gut überschminkt war, aber in der Totale trotzdem auffiel.

Auf Twitter geriet die ungewohnte Optik Illners zum Hauptthema. „Das einzig Interessante an der Sendung von Illner ist Illners Pflaster“, hieß es auf dem Kurznachrichtendienst unter anderem.

An Spott mangelte es natürlich nicht. „Von dem Pflaster bei Illner kann man nicht mehr wegschauen, wie die Nudel bei Loriot“, amüsierte sich ein User. Andere spekulierten, ob die Journalistin einen „Kinnhaken verpasst gekriegt“, oder sich „beim Rasieren geschnitten“ habe. Wie es tatsächlich zu der Verletzung am Kinn gekommen war - das löste Illner in der Sendung nicht auf.

Ischinger und Platzeck sehen bei Trump keinen Grund zur Panik

Über Trump hingegen mochte sich kaum jemand ernsthaft aufregen. Den Grundton des x-ten Trump-Talks der vergangenen Wochen setzte Wolfgang Ischinger,Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, der angesichts von Trumps Politik zwar einerseits große Sorgen hat. Zugleich betonte er aber auch: „Ich sehe überhaupt keinen Anlass für Panik, dass hier das Verfassungsgefüge ausgehebelt wird.“ 

Überhaupt war die Runde fast einhellig überzeugt, dass das demokratische System und die Justiz der USA den Präsidenten einhegen werden. Tatsächlich hat ein Berufungsgericht Trump gerade erst einen weiteren Rückschlag im Ringen um sein umstrittenes Einreiseverbot zugefügt.

Und auch Platzeck riet, in dieser Frage recht enspannt, zum „Abwarten.“ Die Deutschen sollten lieber überlegen, wie sie sich der Entwicklung zum Populismus entgegenstellen könnten. Die „Erotik der Demokratieerlebung“ sei verloren gegangen, dabei sei die Demokratie doch eine „Überlebensversicherung“.

dpa/Florian Naumann

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