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Boris Palmer war bei „Maybrit Illner“ via Videoschalte aus Tübingen zugeschaltet.

Zwist im ZDF-Polittalk

Palmer attackiert Lauterbach bei Maybrit Illner - der schlägt zurück: „Eine Schande für die Grünen“

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Boris Palmer attackierte Karl Lauterbach am Donnerstagabend mehrmals im TV. Beim ZDF-Polittalk „Maybrit Illner“ lederte der Grünen-Politiker gegen den SPD-Mann - doch der schlug zurück.

Berlin - Boris Palmer (Grüne) sorgt weiter für Aufregung. Am Donnerstagabend (14. Mai) war der Oberbürgermeister der Stadt Tübingen beim Polittalk „Maybrit Illner“ zugeschaltet. Thema der ZDF-Show: „Pandemie und Protest – kann Corona das Land spalten?“

Boris Palmer bei Maybrit Illner (ZDF): Kritik am Umgang mit Corona-Protesten

Der Grünen-Politiker beklagte dabei, dass viele Kritiker der einschneidenden Alltagsbeschränkungen in der Corona-Krise beiseite gedrängt und teils auch diffamiert würden. Das erinnere ihn an die Flüchtlingskrise 2015, als Debatten über die Einreise Hunderttausender Migranten mit „moralisierender Alternativlosigkeit“ abgewürgt worden seien.

Zu den jüngsten Protesten Tausender Bürger gegen die Corona-Maßnahmen in verschiedenen Städten sagte er, dies sei auch eine Folge der zu kurz gekommenen Diskussion über die Zielgenauigkeit und die Verhältnismäßigkeit der staatlichen Maßnahmen. 

Palmer betonte, dass unter den Demonstranten „eindeutig Menschen dabei sind, die kruden Theorien folgen“, gleichzeitig aber auch Kritiker, die den Schwedischen Corona-Weg präferieren würden und die Zielgenauigkeit der Maßnahmen infrage stellten. Diese Sorgen könne Palmer nachvollziehen. Gleichzeitig stellte der 47-Jährige aber auch klar, dass ein Modell ähnlich dem in Schweden in Deutschland nicht funktionieren würde.

Boris Palmer bei Maybrit Illner (ZDF): Zwist mit Karl Lauterbach: „Das ist unfair“

Darüber hinaus beklagte Palmer, dass die Protestierenden „von Herrn Lauterbach dafür verantwortlich gemacht werden, dass 100.000 Menschen sterben, wenn man nicht genau das macht, was er für richtig hält.“ 

Daraufhin meldete sich Karl Lauterbach - der wenige Tage später bei Anne Will selbst vor den Kameras stehen wird - auf Twitter zu Wort und beschwerte sich über die Aussagen des Grünen-Politikers: „Bei Illner wirft mir Boris Palmer vor, ich würde den Leuten den Tod von 100.000 Menschen vorwerfen, die nicht genau meinen Ratschlägen folgten. Das ist unfair und stimmt nicht. Ich bin nur, ungleich ihm, dagegen, Alte und Kranke für die Wirtschaft für Jahre de facto wegzusperren.“

Der Zwist zwischen Palmer und Lauterbach war damit jedoch noch nicht zu Ende. Im Laufe der ZDF-Show legte ersterer noch einmal nach.

Maybrit Illner(ZDF): Palmer versus Lauterbach - „eine Schande für die Grünen“

Palmer betonte: Einen zweiten Shutdown würde Deutschland „wirtschaftlich und im Hinblick auf Leben“ nicht verkraften. Palmer weiter: „In ein oder zwei Jahren - wie Herr Lauterbach uns es empfiehlt - die Wirtschaft derart herunterzufahren, stehen wir nicht durch. Die Wirtschaft ist nun mal ein lebensunterhaltendes System.“ Auch den erneuten Bezug auf seine Person ließ sich Karl Lauterbach nicht gefallen. Der Gesundheitsexperte reagierte erneut via Twitter - und wurde dabei mehr als deutlich.

Der SPD-Politiker schrieb: „Jetzt wirft mir Boris Palmer schon wieder bei Illner etwas vor, was ich nie gesagt habe. Ich habe nie gesagt, dass wir die Wirtschaft für zwei Jahre herunterfahren sollen. Wie unfair er ist. Eine Schande für die Grünen. Ich sage nur, die Pandemie wird wahrscheinlich zwei Jahre dauern.“

Boris Palmer: Nach Shitstorm wegen „dummen Satz“ - Grünen-Politiker entschuldigt sich

Palmer hatte jüngst viel Kritik auf sich gezogen, als er in einem Fernsehinterview sagte: „Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“ Bei den Grünen drohte daraufhin ein Machtkampf auszubrechen. Bei „Maybritt Illner“ ruderte Palmer nun etwas zurück und stellte klar, einen „dummen Satz“ gesagt zu haben: „Ich entschuldige mich bei allen, die sich geängstigt gefühlt oder den Eindruck gewonnen haben, ich würde jetzt alte Menschen aufgeben oder gar Euthanasie befürworten.“

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as

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