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Ökonomin Susanne Schmidt, Tochter von Altbundeskanzler Helmut Schmidt, lebt seit 40 Jahren in Großbritannien.

ZDF-Polit-Talk

Maybrit Illner zum Brexit: Helmut Schmidts Tochter teilt aus

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Am Donnerstagabend diskutierte Maybrit Illner in ihrem ZDF-Talk unter dem Motto „Brexit-Poker – Schrecken ohne Ende?“. Besonders Susanne Schmidt appellierte eindringlich an die Briten - und begeisterte die Zuschauer.

Update vom 15. März, 10.00 Uhr: „Liebe Briten, was wollt ihr jetzt eigentlich?“ - mit dieser Frage wurde am Donnerstag der ZDF-Talk zum Brexit bei Maybrit Illner eröffnet. Wenige Stunden vor Beginn der Sendung war im britischen Parlament über den Plan abgestimmt worden, das Austrittsdatum zu verschieben - nun liegt es an der EU, zu entscheiden, ob das möglich ist. Das Brexit-Chaos scheint perfekt - da sind sich Illners Gäste (mehr Infos unten), für den ZDF-Polit-Talk ungewöhnlich, einig. 

Gleich zu Beginn schaltet Illner den Unterhausabgeordneten Greg Hands von den Tories zu. Der findet: „Wir brauchen ein bisschen Bewegung von Brüssel, ein bisschen Verbesserung von Brüssel. Dieses Abkommen ist sehr vorteilhaft für Brüssel.“ Aber auch ein „bisschen Bewegung vom Haus of Commons“ sei nötig - „dann haben wir am Ende einen Deal.“

Mit diesen Hinweisen an die EU sind die Studio-Gäste jedoch gar nicht einverstanden. Alexander Graf Lambsdorff (FDP) zeigt sich verärgert: „Hands hat uns nicht gesagt, was er will. Bisher waren alle britischen Forderungen in sich widersprüchlich.“

Maybrit Illner diskutierte in ZDF-Talk unter dem Motto „Brexit-Poker – Schrecken ohne Ende?“.

Ökonomin Susanne Schmidt spricht aus, was die meisten Briten denken: „Wir haben die Nase voll!“

Der irische Journalist Derek Scally ätzte erwartungsgemäß gegen die Briten, die Britin Anne McElvoy kritisiert hingegen den Ton der EU gegenüber Ländern, „die nicht zu Kerneuropa gehören wollen. Das betrifft nicht nur Großbritannien, sondern auch andere, zum Beispiel Italien.“

Doch unter den Talk-Gästen stach bei Illner am Donnerstagabend vor allem eine hervor: Ökonomin Susanne Schmidt, Tochter von Altbundeskanzler Helmut Schmidt, lebt seit 40 Jahren in Großbritannien. Sie teilte mit klaren Worten gegen die Briten aus - und führte vor allem Wirtschaftsinteressen ins Feld: „Ich finde, es ist ein Skandal, wie wenig wirtschaftsfreundlich sich die konservative Regierung zeigt. Es gab keine Diskussion mit der Wirtschaft.“

Den Labour-Chef Jeremy Corbyn bezeichnete Schmidt als „Neomarxist, der die Partei stalinistisch führt“. Anhand ihrer Erfahrungen als Bankerin in London und ihre Arbeit als Finanzjournalistin meint Schmidt zu wissen, was die Briten denken: „Wir haben die Nase voll, immer dieses Hickhack. Wir haben Brexit gesagt. Jetzt macht es.“

Viele Zuschauer äußerten sich auf Twitter während der Sendung begeistert von Schmidt und lobten ihre Aussagen:

Meldung vom 14. März: Maybrit Illner am Donnerstag im ZDF: Darum geht es in der Sendung

Berlin - Am Donnerstagabend wird Maybrit Illner in ihrem ZDF-Polit-Talk ein aktuelles Thema aufgreifen: Die Moderatorin wird zum Thema „Brexit-Poker – Schrecken ohne Ende?“ mit ihren Gästen diskutieren. 

Die Thematik ist besonders brisant, denn das Hin und Her in Großbritannien um den EU-Austritt wird aktuell immer skurriler. Nach den Abstimmungen im House of Commons am 12. und 13. März, bei denen die Abgeordneten zwar gegen Theresa Mays Brexit-Deal mit der EU, jedoch auch gegen den „No Deal“-Brexit stimmten, ist nach wie vor ungewiss, wie Großbritannien die EU verlassen wird. In Brüssel, London und in vielen deutschen Unternehmen werden bereits Vorbereitungen für einen möglichen harten Brexit getroffen.

Maybrit Illner am Donnerstag: ZDF-Talk zum Brexit

Kurz vor Beginn der ZDF-Sendung wird in London erneut abgestimmt werden - diesmal darüber, ob die EU um eine „kurze und begrenzte“ Verschiebung des Austrittsdatums gebeten werden soll. Außerdem wird wohl abgestimmt, ob es ein zweites Referendum geben soll. Auch die Abstimmungsergebnisse werden wohl in der Sendung thematisiert werden, ebenso wie die Frage, ob eine Verschiebung überhaupt etwas an dieser verfahrenen Situation ändern kann.

Talkmasterin Maybrit Illner, die in ihrer letzten Sendung den Handelskrieg zwischen den USA und China thematisierte, will von ihren Gästen am Donnerstagabend zudem wissen: Wird die EU weitere Zugeständnisse machen? Auch die Einschätzungen der Talk-Gäste, wer mehr durch den Brexit zu verlieren hat - die Briten oder Europa, werden eine Rolle spielen.

Maybrit Illner zum Thema „Brexit-Poker – Schrecken ohne Ende?“: Das sind die Gäste

Am Donnerstag, den 14. März, empfängt Maybrit Illner um 22:15 Uhr die folgenden Gäste:

  • Alexander Graf Lambsdorff (stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP)
  • Derek Scally (Korrespondent der „Irish Times“ in Berlin)
  • Susanne Schmidt (Volkswirtin und Finanzjournalistin)
  • Anne McElvoy (britische Journalistin)
  • Dietrich von Gruben (Unternehmer)

Bei Illners Kollegin Dunja Hayali gab es im ZDF-Morgenmagazin kürzlich einen Eklat: Eine aggressive Frau bedrängte und beschimpfte die Moderatorin.

sp

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Kommentare

General KrügerAntwort
(0)(0)

Ja, die lebt noch und ist bereits auch tot. Aber auch tote Katzen können noch springen, allerdings nicht in Wirklichkeit, nur an den Finanzmärkten.

klaus-dieterwAntwort
(0)(0)

Schrödingers Katze - lebt die noch?

General KrügerAntwort
(0)(0)

Wenn ein Verein wie die EU nicht beständig Zustimmungswerte von 2/3 der Bevölkerung hat, dann ist es ohnehin zu spät für diese Organisation. Und genau das, was dann unausweichlich kommt, nämlich die Rückabwicklung von EU und Euro spielt sich gerade vor unser aller Augen ab. In 10 Jahren gibt es beides nicht mehr, zumindest nicht in der jetzigen Form.
Eine Absage geht aus dem Grund nicht, es wäre eine grobe Missachtung des Wählerwillens. Nochmal wählen lassen bringt auch nix, da rund die Hälft der Briten eine EU in der jetzigen Form ablehnen, egal ob das Votum 51/49 oder 49/51 ausgeht und zudem die Gefahr besteht, dass erneut pro Brexit gestimmt wird.
Was soll eine Verschiebung bringen? Das Kabinett May hat in 2 Jahren einen dermassenen schlechten ('shitty deal') ausgehandelt, dass sämtliche England-Kenner schon letzten Sommer prophezeiten, dass sie diesen deal niemals durchs Unterhaus bringt, was sich nun als wahr erweist. So, wenn Verlängerung, für wie lange denn? Wer in 2 Jahren nix Zählbares nach Hause bringt, wieviel Zeit bräuchte so jemand? Wie will jemand Teil einer Lösung sein, wenn er bzw sie selbst das grösste Problem ist? Diese ganze Debatte hierüber ist eine einzige Farce, es wird Zeit der Deabtten ist vorbei,es ist an der Zeit, dass gehandelt wird.