1. Startseite
  2. Politik

Maybrit Illner: Virologin skeptisch gegenüber Trumps -Corona-Infektion - „so einem Cocktail an experimentellen Therapien ...“

Erstellt:

Kommentare

Maybrit Illner führt durch die Sendung
Maybrit Illner führt durch die Sendung © Screenshot: ZDF

Maybrit Illner stellt nach den jüngsten Eskapaden Donald Trumps eine zentrale Aussage des US-Präsidenten auf den Prüfstand. Kann man sagen: „Habt keine Angst vor Corona?“

Maybrit-Illner-Talk im ZDF: Die Gäste zum Thema „Keine Angst vor Corona - hat Trump Recht?“

Maybrit Illner-Talk: Wie krank ist Donald Trump noch?

Das Weiße Haus ist mittlerweile zum Hotspot avanciert. Inzwischen wurden 34 infizierte Personen aus dem Stab gemeldet. Darunter auch ein schwer erkrankter Sicherheitsberater. Präsident Trump stilisiert sich derweil als Corona-Held, der dem Virus erfolgreich die Stirn geboten hat. Doch ist er wirklich genesen, fragt Illner in die Runde?

Die zugeschaltete Virologin Isabella Eckerle ist skeptisch: „Normalerweise wird ein Patient nach so einem Cocktail an experimentellen Therapien nicht nach drei Tagen wieder aus der Klinik entlassen. Das passt irgendwie alles nicht zusammen“.

Maybrit Illner-Talk: Positive Studienergebnisse zu Corona-Medikation

Manu Dreyer stellt klar: Es sei „absolut verantwortungslos, was Trump macht! Zu sagen: „Es gibt da ein paar Medikamente und diese spende ich nun dem Volk und damit ist Corona geregelt - das ist falsch!“

Dennoch gebe es positive Signale aus der Medizin, zum Beispiel sei die bei Trump verwendete Antikörper-Therapie vielversprechend. Diese Medikamente hätten in mehreren Untersuchungen positive Studienergebnisse erzielt.

Maybrit Illner-Talk: Dreyer und Nida-Rümlin streiten um Einschränkungen

Dreyer - als chronisch Erkrankte selbst Risikopatientin - stellt klar: „Keiner von uns sagt, es macht Sinn, den Menschen Angst zu machen!“ Die Eigenverantwortung der Menschen sei entscheidend, denn man wolle keinen zweiten Lockdown!“ Daher müsse man bei denen, die das nicht verstehen, wirklich sehr streng sein!

Der ehemalige Kultusminister Julian Nida-Rümelin, Vater zweier Töchter, setzt entgegen: „Wollen wir den Jugendlichen sagen: Die nächsten zwei Jahre: Keine Partys, kein Knutschen? Das wird nicht funktionieren!“ Dreyer gibt ihm später recht: „Wir greifen sehr stark in die Freiheitsrechte der Menschen ein - das muss uns bewusst sein.“

Maybrit Illner-Talk: Ute Lemper lenkt den Fokus auf die grassierende Armut in den USA

Die aus New York zugeschaltete Ute Lemper legt den Finger in die Wunde: Die Armut und Arbeitslosigkeit, die derzeit die USA überrolle, sei an vielen Orten sichtbar geworden und „furchtbar“. Das leitet Illner zu der Frage: „Haben die Menschen nun mehr Angst vor Corona oder mehr Sorge, dass sie ihren Job verlieren?“

Kanzleramtschef Braun betont, dass in Deutschland die Infektionszahlen bis zur Zulassung des Impfstoffes im Frühjahr möglichst niedrig gehalten werden müssen und verweist auf Länder wie China, Neuseeland oder Südkorea, denen genau das gelungen sei und die bereits Wirtschaftswachstum vermelden.

Maybrit Illner-Talk: Zoff um die Corona-App

Nida-Rümelin wird schärfer im Ton und fragt direkt: „Wieso gibt es bei uns keine anständige Tracking-App?“ Die „informationelle Selbstbestimmung“ sei wichtig, aber die „Menschenwürde ist vielleicht auch wichtig! Und Freiheit der Berufsausübung ist auch wichtig! Keine Insolvenzen! Geöffnete Kinos!“

Der Ex-Minister bekommt unerwartet Schützenhilfe vom Chef eines Berliner Gesundheitsamtes. Larscheid: „Die App liefert leider keine Daten - wir bekommen nichts aus der App, was uns helfen könnte!“

Braun rechtfertigt die Lösung der Bundesregierung: „Unsere App erfüllt auch mit dem extrem hohen Datenschutzniveau komplett die Funktion, die wir brauchen“. Das Vertrauen der Bürger sei der Kanzlerin wichtig gewesen. Auch Manu Dreyer appelliert an die Zuschauer, die App zu nutzen und regt an, sie auf Europa auszudehnen.

An die Frage der Sendung knüpft Kanzleramtschef Braun zum Ende hin an: „Es gibt jetzt wirklich keinen Grund, ängstlich oder verzagt zu sein. Es geht jetzt darum, diszipliniert zu sein. Wir haben bis hierhin gezeigt, dass wir es können. Und das werden wir auch im weiteren Verlauf sicher hinbekommen!“ „Weniger Panik“ hatte zuletzt auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow eingefordert.

Maybrit Illner-Talk: Fazit

Die Runde kam ohne Übertreibungen und Polemiken aus: Ruhig, sachlich, diszipliniert wurden die Argumente ausgetauscht und unterschiedlicher Sichtweisen dargestellt. Das tat der Sache gut.  

Auch interessant

Kommentare