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„Trump verändert die Welt - Stresstest für Europa?“ Das war das Thema des Polit-Talks bei Moderatorin Maybritt Illner. 

TV-Talk bei „Maybritt Illner“

„Geheimpapier“: Wappnet sich Europa gegen Trump?

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Mit der Aufkündigung des Pariser Klimaschutzabkommens hat US-Präsident Donald Trump zum wiederholten Mal für internationales Entsetzen gesorgt. Bei „Maybritt Illner“ sind die Meinungen weitgehend einhellig  - dann kommt ein Geheimpapier ins Gespräch.

Mainz/Washington - Die Weltpolitik war soeben in ihren Grundfesten erschüttert worden, als ZDF-Moderatorin Maybritt Illner am späten Donnerstagabend in ihre Talkrunde zur Diskussion bat. Das Thema war dabei wie so häufig: US-Präsident Donald Trump. Ein schlichtes Verlegenheits-Thema des Senders war die Talkrunde dieses Mal jedoch nicht - schließlich hatte der US-Präsident wenige Minuten zuvor in einer mit Spannung erwarteten Rede mit der Aufkündigung des Pariser Klimaschutzabkommens für internationales Entsetzen gesorgt; die Nachrichtenlage und das daraus resultierende Diskussionspotential waren also klar vorhanden. Eine Tatsache, vor dessen Hintergrund Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Linken-Vorsitzende Katja Kipping, ZDF-Vize-Chefredakteur Elmar Theveßen, Friedensforscherin Nicole Deitelhoff und US-Republikaner-Mitglied Ralph Freund zu dem leicht veränderten Titel der TV-Debatte „Trump verändert die Welt - Stresstest für Europa?“ (zuvor: „Trump verrückt die Welt“) diskutierten. Es sollte ein TV-Talk werden, der viel versprach, wenig hielt und vor allem wegen einem angeblichen „Geheimpapier“ für Erstaunen sorgte - nur um kurz danach wieder durch Verdruss ersetzt zu werden. 

Geheimpapier? Moderatorin Illner verpasst es nachzufragen 

Denn der ausgewiesene Geheimdienstexperte Theveßen deutete inmitten der Sendung an, dass es ein „Geheimpapier“ gebe, mit dem sich Europa gegen Trump wappnen möchte. Ein Moment zum Aufhorchen. Doch Moderatorin Illner verpasst die Gelegenheit nachzuhaken und musste schließlich zusehen, wie Theveßen lospoltert: „Der Mann ist nicht verlässlich. Er hat unter dem Strich eine andere Vorstellung von Freundschaft. Freundschaft ist bei ihm gekoppelt mit unmittelbarem Nutzen.“ Weitere Nachfragen gibt es nicht mehr, Theveßen kommt vom Thema ab. Chance vertan. 

Der Rest gestaltet sich ziemlich vorhersehbar. Während der ZDF-Vize weiterhin schimpft (“Statt America first – America alone“), Trumps Verhältnis zu Russland kritisiert und den US-Präsidenten als „gefährlich“ bezeichnet, spricht Verteidigungsministerin Von der Leyen vor dem Hintergrund des Klima-Exits von einem „Abschied von der Gemeinsamkeit“. Gleichzeitig stellt sie aber auch klar, dass es „kein Zerwürfnis mit Amerika“ gebe. Ausbalancierte Worte, die im krassen Gegensatz zur Meinung von Linken-Chefin Kipping stehen. „Wir brauchen klare Kante gegen Trump und stabile Beziehungen zu Russland“, so die Parteivorsitzende, die verbal mal wieder ordentlich auf den Putz haute, Finanzminister Schäuble kritisierte („Er muss aufhören, den Oberlehrer zu spielen.“) und „Deutschland nicht in der Position des Weltpolizisten“ sehen möchte. 

Und so war es an Friedens- und Konfliktforscherin Deitelhoff, die Debatte wieder auf das eigentliche Thema zurückzuholen. „Wenn die USA sich zurückziehen, muss Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen“, so die Expertin und hievte damit (endlich) wieder den Klimaschutz beziehungsweise dessen Abkehr ins Zentrum der Diskussion. Ihr finales Statement: „Die Konflikte werden sich nicht verändern. Und ohne die USA wird es nicht gehen. Sonst müssten wir selber die Möglichkeit der nuklearen Abschreckung haben.“ Gute Aussichten sind da nicht. 

lpr

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