+
Bei dem Attentat in Berlin starben zwölf Menschen, 67 weitere wurden verletzt.

Berlin-Attentat

„Schlamperei“: Frühzeitige Amri-Abschiebung wäre wohl möglich gewesen

Der Berliner Weihnachtsmarktattentäter Anis Amri hätte einem Medienbericht zufolge womöglich frühzeitig in sein Heimatland Tunesien abgeschoben werden können.

Berlin - Die Abschiebung habe sich immer wieder verzögert, weil die tunesischen Behörden für das Ausstellen von Ersatzausweispapieren nicht nur Fotos und Fingerabdrücke verlangt hätten, sondern auch Abdrücke der gesamten Handflächen, berichteten die Berliner Morgenpost und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) am Montag.

Solche Abdrücke lagen dem Bericht zufolge dem Bundeskriminalamt (BKA) bereits seit Juli 2015 vor. Eine BKA-Sprecherin sagte demnach, die Behörde sei nicht für die Abschiebung Amris zuständig gewesen. Deshalb seien die Handflächenabdrücke auch nicht an die zuständigen Ausländerbehörden in Nordrhein-Westfalen weitergeleitet worden. Die Behörden hätten beim BKA zudem nie danach gefragt.

Der stellvertretende Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags, André Hahn (Linke), sagte dem RBB, dies sei einerseits „Schlamperei“, auf der anderen Seite offenkundig aber auch ein „strukturelles Versagen, wenn die eine Hand nicht weiß, was die andere macht, wenn man nicht in eigene Computer hineinsieht und entsprechende Daten dort vorfindet, die man eigentlich seit langem sucht“.

Amri hatte am 19. Dezember einen Lastwagenfahrer erschossen, dessen Fahrzeug gekapert und war damit auf dem Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in die Menschenmenge gerast. Zwölf Menschen starben, 67 weitere wurden verletzt. Auf der Flucht wurde Amri von der Polizei in Mailand erschossen.

Lesen Sie auch: Laut Bericht: Millionen-Entschädigung für Opfer von Berliner Anschlag

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Abdeslam wegen Schießerei zu 20 Jahren Haft verurteilt
Salah Abdeslam soll an den islamistischen Anschlägen sowohl in Paris als auch in Brüssel beteiligt gewesen sein. Nun ist das erste Urteil gegen ihn gefällt worden. Ein …
Abdeslam wegen Schießerei zu 20 Jahren Haft verurteilt
Armeniens Ministerpräsident Sargsjan tritt zurück
Das kleine Armenien ist in einer schwierigen Lage. Deshalb hielt sich der starke Mann Sersch Sargsjan lange für unentbehrlich - zu lange. Denn die Bürger des Landes …
Armeniens Ministerpräsident Sargsjan tritt zurück
„Brexit ergibt keinen Sinn“ - Klopp überrascht mit ungewöhnlichem Vorschlag
Jürgen Klopp warnt vor den negativen Folgen eines EU-Austritts von Großbritannien. Außerdem hat er einen besonderen Vorschlag zu diesem brisanten Thema.
„Brexit ergibt keinen Sinn“ - Klopp überrascht mit ungewöhnlichem Vorschlag
Merkel vor Trump-Treffen: Das ist elementare Voraussetzung für Frieden
In wenigen Tagen treffen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump. Im Vorfeld hat Angela Merkel nun einige Bemerkungen bezüglich internationaler …
Merkel vor Trump-Treffen: Das ist elementare Voraussetzung für Frieden

Kommentare