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Die Autobahnen sollen Eigentum des Bundes bleiben. 

Grundgesetz-Änderung vom Tisch

Medien: Autobahn-Gesellschaft wird doch nicht privatisiert

Berlin - Dass die Autobahnen Eigentum des Bundes bleiben, war klar. Doch bei der geplanten Betreiber-Gesellschaft sollten auch private Investoren mitmischen. So weit soll es aber nicht kommen.

Die umstrittenen Pläne für eine mögliche Teilprivatisierung der geplanten Autobahn-Gesellschaft sind nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Tisch. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hätten sich in einem persönlichen Gespräch darauf geeinigt, das Bundeseigentum an der Betreibergesellschaft bei der nötigen Grundgesetz-Änderung festzuschreiben. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Die Autobahnen selbst sollen ohnehin Eigentum des Bundes bleiben.

Nach Angaben aus Regierungskreisen hätten sich die Minister auf eine Formulierung für die Grundgesetzänderung geeinigt. "Der Bund kann sich zur Erledigung seiner Aufgaben einer Gesellschaft privaten Rechts bedienen", heiße es darin. Zudem solle festgeschrieben werden: "Die Gesellschaft steht im vollständigen Eigentum des Bundes." Der entsprechende Gesetzentwurf sollte den Angaben zufolge noch am Abend ausgearbeitet werden.

Bereits an diesem Donnerstag solle die Einigung auch mit den Bundesländern besprochen werden. Die Chefs der Staatskanzleien kommen in Berlin mit Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) zusammen. Auch in den Ländern war zuletzt heftige Kritik an den Privatisierungsplänen des Finanzministeriums laut geworden. Neben dem Bundestag muss auch der Bundesrat der Grundgesetzänderung mit Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen.

Bund und Länder hatten Mitte Oktober vereinbart, eine Infrastrukturgesellschaft zu gründen, die sich um Bau, Planung und Betrieb der Autobahnen und einiger Fernstraßen kümmern soll. Bislang sind die Zuständigkeiten für die Fernstraßen noch zersplittert: Der Bund gibt das Geld und setzt Prioritäten, die Länder kümmern sich ums Planen und Bauen. Nach mehr als sechs Jahrzehnten soll nun eine zentrale Gesellschaft des Bundes kommen.

Hofreiter: Koalition trickst bei Autobahngesellschaft

Unterdessen hat der Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter der Koalition in Sachen Fernstraßengesellschaft Trickserei vorgeworfen. „Es klingt vernünftig, dass das in Hand des Staates ist, aber man hat den Eindruck, dass insbesondere Herr Schäuble, aber auch Herr Gabriel tricksen wollen“, sagte Hofreiter am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Das Modell, auf das die Koalition sich geeinigt habe, sehe vor, dass die Gesellschaft sich an Stelle des Bundes verschulde. Die schwarze Null von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bleibe so bestehen. „Diese Schulden sind allerdings mit drei bis vier Prozent teurer.“

dpa

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