Wegen Terrorverdachts

Medien: Türkei nimmt Deutschen an Grenze zu Syrien fest

Die Türkei hat laut Medienberichten einen 28-jährigen Deutschen an der Grenze zu Syrien festgenommen, der angeblich für die kurdische Partei PYD kämpfen wollte.

Ankara - Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Dienstag unter Berufung auf Sicherheitskreise, der Mann sei am 14. März im Bezirk Silopi der südöstlichen Provinz Sirnak festgenommen worden. Demnach wurde er am Dienstag wegen "Unterstützung einer Terrorgruppe" in Untersuchungshaft genommen.

Dem Bericht zufolge wurden bei ihm "digitales Material" und Bilder in Verbindung mit der YPG und der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gefunden. Es bestehe der Verdacht, dass er im Kontakt "mit Terroristen in Syrien" gewesen sei, berichtete Anadolu. Demnach soll der Mann vier Jahre in der Bundeswehr gedient und gestanden haben, sich dem Kampf der PYD in Syrien anschließen zu wollen.

Die PYD wurde 2003 als syrischer Ableger der PKK gegründet und ist bis heute eng mit der türkischen Guerillagruppe verbunden. Die Türkei betrachtet beide als Terrororganisationen und geht seit Januar militärisch gegen den bewaffneten Arm der PYD, die Volksverteidigungseinheiten (YPG), in der nordsyrischen Region Afrin vor. Medien berichten immer wieder über westliche Ausländer, die für die YPG kämpfen.

Die Kurdenmiliz ist ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Trotz Protesten der Türkei unterstützen die USA die Gruppe mit Waffen, Spezialkräften und Luftangriffen. Ankara fordert seit langem die Einstellung der Militärhilfe, doch will Washington an dem umstrittenen Bündnis festhalten, um ein Wiedererstarken der Dschihadisten in Syrien zu verhindern.

Bis Anfang des Jahres hatte die Verhaftung des deutschen Journalisten Deniz Yücel in der Türkei für großes Aufsehen gesorgt.

afp

Rubriklistenbild: © dpa / Xin Hua (Symbolbild)

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