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Alice Weidel.

Politikerin kritisiert Eingriff in Privatsphäre

AfD-Kandidatin Weidel zahlt Steuern in der Schweiz

Überlingen - Seit ihrer Wahl zur Spitzenkandidatin der AfD steht auch Alice Weidel im Fokus des öffentlichen Interesses. Jetzt äußerte sich die Politikerin auf Facebook.

Schweizer Medien hatten in der vergangenen Woche berichtet, Weidel, die ihren Wohnsitz in Überlingen am Bodensee hat, bewohne mit ihrer Partnerin und den beiden Jungen auch eine Wohnung im schweizerischen Biel, wo sie gemeinsam mit einer Frau zwei Kinder großzieht.

Sie habe ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland, hier sei sie auch gemeldet, schrieb sie am Montag auf ihrem Facebook-Profil. Ihre aus der Schweiz stammende Lebenspartnerin, die Mutter der Kinder, arbeite in der Schweiz. Die Kinder lebten bei ihrer Mutter im Nachbarland, sagte Weidel. Sie selbst versuche, wie jedes berufstätige Elternteil, möglichst viel Zeit dort mit ihnen zu verbringen. Daran sei nichts zu kritisieren.

Steuerrechtlich seien die Verhältnisse klar definiert, heißt es in der Mitteilung der 38-Jährigen. Details etwa zur Frage, wo sie Steuern bezahlt, nannte Weidel nicht. 

Die „NZZ am Sonntag“ berichtete unter Bezug auf die zuständige Behörde, Weidel zahle in Biel Steuern. „Man kann davon ausgehen, dass alle steuerlichen Aspekte, die mit einer Anmeldung in Biel verbunden sind, abgedeckt sind“, sagte der Bieler Steuerverwalter Urs Stauffer der Zeitung.

Bislang hatte Weidel als Erstwohnsitz Überlingen angegeben. In dem Fall könne sie sich ihre in Biel geleisteten Steuern gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen auf die deutsche Steuerschuld anrechnen lassen, so das Blatt.

Nach einer neuen Studie der OECD liegt die Abgaben- und Steuerlast in Deutschland etwa für Alleinstehende bei 49,4 Prozent, in der Schweiz bei 21,8 Prozent. Alleinstehende zahlen in Deutschland nach diesen Angaben 19,9 Prozent Einkommenssteuer, in der Schweiz 10,0 Prozent.

Die AfD hatte die als wirtschaftsliberal geltende Weidel und den nationalkonservativen Parteivize Alexander Gauland am 23. April zu ihren Spitzenkandidaten für die Bundeswahl gewählt.

Weidel sieht keinen Konflikt mit AfD-Positionen

Weidel kritisierte in ihrer Facebook-Nachricht das mediale Interesse an ihrem Privatleben: „Meine Partnerin und ich bedauern es zutiefst, wie die Medien in den letzten Tagen versucht haben, unsere intimste Privatsphäre an die Öffentlichkeit zu zerren, um haltlose Stories zu produzieren“, schrieb sie. „Ich appelliere deshalb an alle Medienvertreter, dies aus Respekt vor meiner Familie zukünftig zu unterlassen.“

Weidel betonte, sie habe niemals vorgehabt, ihr Privatleben politisch zu instrumentalisieren, etwa um der AfD einen moderneren, liberalen Anstrich zu geben. Dass sie ihr Leben mit einer Frau teile, sei in einer Fernsehsendung - für sie selbst überraschend - erstmals thematisiert worden. „Ich bin damit bestimmt nicht hausieren gegangen, das wurde dank einer Talk Show öffentlich“, sagte Weidel der Deutschen Presse-Agentur.

Einen Widerspruch zwischen ihrem privaten Lebensstil und ihrer Mitgliedschaft in einer Partei, die sich für die „traditionelle Familie“ einsetzt, sehe sie nicht, sagte die Unternehmensberaterin. Die AfD sei für die Beibehaltung des gesetzlichen Status Quo, und befürworte damit auch die eingetragene Lebenspartnerschaft für homosexuelle Paare. Außerdem stehe die AfD dem Islam kritisch gegenüber, lehne die Euro-Rettungspolitik ab und trete für sichere Grenzen ein. Weidel sagte, mit all diesen Positionen könne sie sich voll und ganz identifizieren.

dpa

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