Medienbericht: Iran verzichtet auf Bargeldtransfer von 300 Millionen Euro
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Irans Machthaber Ali Chamenei.

Brisanter Bargeld-Plan

Nach Kontroverse um Bargeld-Flüge in den Iran: Überraschende Wende bahnt sich an

  • Stefan Matern
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Weitreichende Sanktionen gegen den iranischen Finanzsektor treten in den kommenden Monaten in Kraft. Das Regime in Teheran will mit einem brisanten Bargeld-Plan vorsorgen.

Update, 04. September, 18.30 Uhr: Iran verzichtet auf Bargeldtransfer

Der Iran verzichtet auf einen umstrittenen Bargeld-Transfer von 300 Millionen Euro aus Deutschland. Die Europäisch-Iranische Handelsbank (EIHB) will dieses Vorhaben vorerst nicht weiter verfolgen, wie Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR am Dienstag berichteten. Dies entspricht auch Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Das ist eine durchaus überraschende Wende.

Dem Bericht zufolge informierte das in iranischem Staatsbesitz befindliche Geldhaus die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in Bonn über die Änderung der Pläne. Auch die Bundesregierung wurde demnach über die Entscheidung der Bank informiert. Das Bundesfinanzministerium und das Auswärtige Amt wollten sich auf dpa-Anfrage nicht äußern.

Update, 10. Juli, 09.22 Uhr: US-Botschafter ruft Deutschland zu Intervention auf

Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat die Bundesregierung aufgefordert, eine vom Iran gewünschte Bargeld-Lieferung über 300 Millionen Euro zu verhindern. "Wir sind sehr besorgt über die Berichte, dass das iranische Regime versucht, hunderte Millionen Euro in bar von einer deutschen Bank in den Iran zu bewegen", sagte Grenell der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. "Wir ermutigen die deutsche Regierung auf höchster Ebene, zu intervenieren und dieses Vorhaben zu stoppen."

Frisches Bargeld aus Deutschland: Iran fürchtet Folgen der US-Sanktionen

Hamburg/Teheran - Der Iran will rund 300 Millionen Euro in Bar von Deutschland nach Teheran ausfliegen, um das Geld angesichts amerikanischer Sanktionen vor einem drohenden Einfrieren von Konten zu retten. Entsprechende Informationen der „Bild“-Zeitung wurden am Montag von der Bundesregierung bestätigt.

Das werde nun geprüft, unter anderem durch die Finanzaufsicht Bafin, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums in Berlin. „Nach meiner Information ist es in der Form das erste Mal.“ Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes betonte, Teil der Prüfungen sei auch, „ob Verletzungen gegen ein Sanktionsregime vorliegen.“

USA drohen Finanzinstituten

Konkret geht es darum, Guthaben der staatlichen Europäisch-Iranischen Handelsbank bei der Bundesbank in Höhe von 300 Millionen Euro auszuzahlen. Das Geld würde dann in den Iran geflogen.

Nach der Ankündigung neuer Sanktionen und einer Aufkündigung des Atomabkommens durch die USA muss das islamische Land fürchten, demnächst kaum noch an Guthaben im Ausland zu kommen. Denn die USA drohen Geldhäusern, die direkt oder indirekt Transaktionen mit iranischen Instituten unterstützen, ebenfalls mit Sanktionen.

Auf diplomatischer Ebene dürfte die Millionen-Flüge für Aufsehen sorgen. Immer wieder wird dem Regime in Teheran vorgeworfen, Terror-Organisationen finanziell zu unterstützen. Bislang gibt es jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass das Bargeld für entsprechende Zwecke verwendet werden soll.

Lesen Sie bei merkur.de*Interview mit Iran-Experte: „Wir Europäer haben historische Chance verpasst“

lks/dpa

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