„Welt am Sonntag“-Bericht

Statistisches Bundesamt rechnet mit dauerhaft hoher Zuwanderung

Berlin - Das Statistische Bundesamt rechnet mit einer dauerhaft erhöhten Zuwanderung nach Deutschland. Das berichtet die „Welt am Sonntag“.

Netto, also nach Abzug der Abwanderungen, würden aus Sicht der Experten auf lange Sicht jedes Jahr 200.000 Menschen nach Deutschland kommen, meldet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf neue Zahlen zur demografischen Entwicklung. Die Wiesbadener Behörde will die Vorausberechnung am Dienstag vorlegen.

Zuletzt hatte das Statistische Bundesamt im April 2015 eine sogenannte Bevölkerungsvorausberechnung präsentiert. Damals gingen die Statistiker davon aus, dass 2014 und 2015 netto zusammen eine Million Menschen nach Deutschland kommen. Für die Jahre 2016 bis 2020 nahmen sie einen stetigen Rückgang des jährlichen Zuzugs an, für die Jahre ab 2021 wiederum unterstellten sie wahlweise „schwächere Zuwanderung“ (100.000 Menschen netto pro Jahr) oder „stärkere Zuwanderung“ (200.000 Menschen).

So viele Menschen in Deutschland wie noch nie

Nach dem starken Zuzug von Flüchtlingen 2015 und 2016 sind diese Berechnungen jedoch überholt. Erst Ende Januar hatte das Statistische Bundesamt eine neue Schätzung zur Bevölkerungszahl Ende 2016 vorgelegt. Danach leben in Deutschland rund 82,8 Millionen Menschen und damit so viele wie noch nie.

Grund war erneut die Zuwanderung. Die Statistiker gehen davon aus, dass im vergangenen Jahr mindestens 750 000 Menschen mehr nach Deutschland gezogen als weggegangen sind. Im Jahr 2015 war dieser Unterschied mit rund 1,1 Millionen Menschen noch deutlich größer. Ohne die Zuwanderung von Menschen aus Kriegsgebieten und der EU wäre die Bevölkerung in Deutschland geschrumpft.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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