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Der russische Ministerpräsident Dimitri Medwedew hält die europäische Flüchtlingspolitik für einen großen Fehler.

"Ich empfinde einfach Mitleid mit Europa"

Medwedew: Flüchtlingspolitik der EU „kolossaler Fehler“

Moskau - Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew hat die Flüchtlingspolitik der EU als „kolossalen Fehler“ bezeichnet, der die europäische Identität bedrohe und rechten Parteien nutze.

„Mir scheint, dass die Europäische Union zur Geisel ihrer unausgewogenen Migrationspolitik geworden ist“, sagte er dem US-Magazin „Time“ in einem Interview, dessen Wortlaut die Regierung in Moskau am Montag veröffentlichte. „Um ganz offen und ehrlich zu sein: Ich empfinde einfach Mitleid mit Europa“, sagte Medwedew demnach.

Die Flüchtlingskrise biete rechten Parteien die Möglichkeit, daraus Nutzen zu ziehen. „Nicht, weil die Menschen von der rechten Ideologie erfasst wurden, sondern weil sie sehr einfach denken: Wenn eine Million kostenlose Arbeitskräfte gekommen ist, wird ein Teil von ihnen auf den Arbeitsmarkt kommen, so dass wir unsere Arbeit verlieren, weil diese Arbeitskräfte billiger sind“, sagte Medwedew.

Der Regierungschef wies Vorwürfe zurück, Russland wolle mit der Flüchtlingskrise Stimmung gegen Europa machen. „Wir können nicht und haben auch nicht vor, aus den Anti-Migranten-Stimmungen Profit zu schlagen. Wir sprechen einfach offen davon, wo hier eine Gefahr steckt“, sagte Medwedew.

dpa

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