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„Prolog zum dritten Weltkrieg“: Putins Medwedew poltert nach Ukraine-Vorschlag in Richtung Westen

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Von: Richard Strobl

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Russlands Präsident Wladimir Putin neben Dmitri Medwedew. (Archivbild)
Russlands Präsident Wladimir Putin neben Dmitri Medwedew. (Archivbild von 2020) © Dmitry Astakhov/IMAGO / ITAR-TASS

Putins Gefolgsmann Dmitri Mewedew poltert einmal mehr. Er reagiert damit auf ein neues Sicherheitskonzept, das die Ukraine vorschlägt – und auf Waffenlieferungen aus dem Westen.

Moskau – Dmitri Medwedew war einst als gemäßigter Politiker zu Russlands Präsident und später Ministerpräsident aufgestiegen. Aktuell ist er Vize-Vorsitzender des Sicherheitsrats der Russischen Föderation. Doch spätestens seit Beginn des Ukraine-Kriegs tritt Medwedew zunehmend als Putins persönlicher Scharfmacher auf. Nun hat er einmal mehr zu drastischen Worten gegriffen.

„Wenn diese Dummköpfe mit dem zügellosen Pumpen der gefährlichsten Waffentypen an das Kiewer Regime fortfahren, dann wird die militärische Offensive früher oder später eine andere Ebene erreichen“, polterte Medwedew nach Tass-Angaben via Telegram in Richtung der westlichen Staaten.

Putins Medwedew poltert wieder: „Prolog zum dritten Weltkrieg“

Damit warnt er vor einer enormen Eskalation der Lage. Falls es so weit komme, werde es keine sichtbaren Grenzen mehr geben und die Aktionen der Beteiligten würden unvorhersehbar werden, polterte er weiter. Der Krieg könne sich dann unvorhersehbar ausbreiten und „immer mehr neue Teilnehmer einbeziehen“.

Damit malt Medwedew das Szenario eines sich weit über die Grenzen der Ukraine ausbreitenden Krieges. Und warnt eben auch vor unvorhersehbaren Aktionen Russlands.

In seiner Botschaft poltert Medwedew aber nicht nur gegen westliche Waffenlieferungen. Sondern vor allem gegen die Pläne der Ukraine ein neues System von Sicherheitsgarantien aufzubauen.

Ukraine will neue Sicherheitsgarantien – Medwedew warnt vor drittem Weltkrieg

Dieses hatte der frühere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen im Auftrag von Wolodymir Selenskyj erstellt und am Dienstag (13. September) vorgestellt, wie das Handelsblatt berichtet. Das Konzept geht davon aus, dass man Russland auch nach Kriegsende in keinem Fall vertrauen könne und keine rechtlichen Verträge Sicherheit garantieren könnten. Deshalb müsse die Ukraine über Jahrzehnte durch nachhaltige Investitionen in die Verteidigungsindustrie, Waffentransfers und nachrichtendienstliche Unterstützung zu einem Anti-Russland-Bollwerk ausgebaut werden. Dies sollen die westlichen Verbündeten der Ukraine in einem neuen Sicherheitsvertrag, dem „Kyiv Security Compact“, garantieren.

Dieses Konzept der Sicherheitsgarantien nennt Medwedew nun herablassend den „Prolog zu einem dritten Weltkrieg“. Nach Meinung Medwedews würde damit letztlich der Artikel 5 der Nato auf die Ukraine angewendet werden. Dieser Artikel beschreibt den Nato-Bündnisfall: Wird ein Partner angegriffen, wird dies als Angriff gegen alle Mitglieder gewertet. Deshalb lässt Medwedew die zuvor genannte Warnung an die westlichen Länder folgen und meint: „Es geht direkt um den hybriden Krieg der Nato mit Russland.“

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