+
Mehr als 276.000 illegale Einwanderer sind im Jahr 2014 in die EU gekommen.

138 Prozent mehr

EU: 276.000 illegale Einwanderer im Jahr 2014

Straßburg - Mehr als 276.000 illegale Einwanderer sind im vergangenen Jahr in die Europäische Union gekommen. Dies stelle gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um 138 Prozent dar, sagte EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos in Straßburg.

Bei einer Parlamentsdebatte am Dienstag über die jüngsten Flüchtlingsdramen im Mittelmeer hieß es, 207.000 der Migranten seien "illegal über das Mittelmeer" gekommen. Seit September seien zwölf mit Flüchtlingen beladene Frachter in Europa eingetroffen, was zeige, dass die Schleuser "neue Routen und neue Methoden" finden würden, sagte Avramopoulos.

Der Politiker warnte, ohne ein "entschiedenes und koordiniertes Handeln" der EU werde der Zustrom von Migranten angesichts der Konflikte an den Grenzen der EU weiter anhalten. Die EU müsse vor allem das Vorgehen gegen die Schmuggler verstärken, indem es die Sammlung und den Austausch von Informationen verbessere. Angesichts der Verlagerung der Flüchtlingsrouten über die Türkei sei Brüssel im Kontakt mit Ankara, um über Konsequenzen zu sprechen, sagte der Kommissar. Er sprach sich zudem für eine Erhöhung des Kontingents an Flüchtlingen aus Syrien aus.

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi forderte seinerseits in Straßburg, dass sich die EU dem Konflikt in Libyen widme. Über das nordafrikanische Land reisen die meisten Migranten nach Europa. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrschen in Libyen Anarchie und Gewalt. Der fast vollständige Zusammenbruch der staatlichen Ordnung erleichtert auch die Aktivität der Schmuggler.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schäuble vergleicht Türkei mit der DDR
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat die Türkei mit der DDR verglichen. "Die Türkei verhaftet inzwischen willkürlich und hält konsularische Mindeststandards nicht …
Schäuble vergleicht Türkei mit der DDR
Schulz präsentiert sich als guter EU-Partner für Macron
Wahlkampf an der Seine: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sucht einen demonstrativen Schulterschluss mit Frankreichs neuem Staatschef Emmanuel Macron. Mit Seitenhieben …
Schulz präsentiert sich als guter EU-Partner für Macron
Geschasster US-Justizminister will im Amt bleiben
In wütenden Worten kritisiert Donald Trump seinen Justizminister, wirft ihm "extrem unfaires" Verhalten vor, bedauert gar seine Ernennung. Es geht wieder einmal um die …
Geschasster US-Justizminister will im Amt bleiben
Ankara: Beziehungen zu Deutschland nicht auf Basis von "Drohungen" möglich
Das Maß ist voll: Außenminister Gabriel hat eine „Neuausrichtung“ der Türkei-Politik angekündigt. Wichtigster Schritt: Die Verschärfung der Reise- und …
Ankara: Beziehungen zu Deutschland nicht auf Basis von "Drohungen" möglich

Kommentare