Messerstecher von Grafing: Das Urteil ist gefallen

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Das Handout der italienischen Küstenwache zeigt zahlreiche Bootsflüchtlinge, die im Mittelmeer auf dem Deck eines Schiffs der Küstenwache untergebracht sind. Foto: Guardia Costiera

Bilanz von zwei Tagen

Mehr als 10.000 Flüchtlinge im Mittelmeer geborgen

Rom - Tausende Migranten meist aus Afrika wollen von Libyen aus Europa per Boot erreichen. Die meisten werden gerettet, für einige wird es zur Fahrt in den Tod.

Der Zustrom von Flüchtlingen aus Nordafrika in Richtung Italien reißt nicht ab. Binnen zwei Tagen wurden im Seegebiet zwischen Libyen und Sizilien bei insgesamt 72 Einsätzen mehr als 10.000 Menschen gerettet, wie die italienische Küstenwache mitteilte.

Mindestens 37 Menschen konnten nach unterschiedlichen Angaben nur noch tot geborgen werden. Auf der Fahrt zum italienischen Hafen Catania kamen an Bord des Schiffes Dattilo CP940 der Küstenwache drei Kinder zur Welt.

In dem Seegebiet wurden nach Angaben der Küstenwache am Montag 6055 und am Dienstag 4655 Menschen gerettet. Am Sonntag waren es 536, Ende August waren schon einmal 6908 Flüchtlinge an einem Tag aus dem Meer geholt worden. An den Einsätzen am Montag und Dienstag waren neben Schiffen der italienischen Küstenwache und Marine auch Einheiten der EU-Grenzschutzorganisation Frontex, der EU-Mission Eunavformed, der irischen Marine sowie diverser Hilfsorganisationen beteiligt. Die Flüchtlinge waren auf Schlauchbooten, Holzbooten und auch Flößen unterwegs.

In Libyen warten tausende Migranten meist aus afrikanischen Ländern auf die Überfahrt nach Europa. In dem von einem Bürgerkrieg zerrissenen nordafrikanischen Land gibt es seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 keine funktionierenden staatlichen Strukturen mehr. Flüchtlinge werden von Schleppern in Boote gesetzt, die aus eigener Kraft Italien meist gar nicht erreichen könnten.

Trotz des Flüchtlingsabkommens der EU mit der Türkei und der Schließung der Balkanroute hat die Zahl der Migranten auf der zentralen Mittelmeerroute in den ersten drei Quartalen im Vergleich zu 2015 aber nicht zugenommen. Nach den Daten der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen bis Ende September in beiden Jahren jeweils knapp über 132 000 Menschen nach Italien. Im östlichen Mittelmeer hat sich hingegen die Zahl der Ankommenden in Griechenland von 376.276 auf 166.610 verringert.

Gestiegen ist die Zahl der nachgewiesenen Todesopfer. Laut IOM waren es 2015 bis Ende September im gesamten Mittelmeer 2926 und diesem Jahr 3502, davon 3054 auf der zentralen Italienroute.

dpa

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