+
In NRW sollen sich über 200 Gefährder aufhalten.

Verfassungsschutz sagt

Mehr als 200 Gefährder in NRW

Düsseldorf - Allein in NRW gibt es nach Einschätzung des Verfassungsschutzes mindestens ein Dutzend Gefährder, die ähnlich einzustufen sind wie der Terrorist Anis Amri - über 200 sollen es insgesamt sein.

Sie gehörten zur vordersten Reihe der mehr als 200 Gefährder in Nordrhein-Westfalen, sagte der Leiter des Landesverfassungsschutzes, Burkhard Freier, am Mittwoch als Zeuge im Amri-Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags. Dabei handle es sich um Personen, die von Straftaten redeten, bislang aber nicht als Straftäter aufgefallen seien.

Auch bei Amri habe die Staatsanwaltschaft nicht genügend Indizien zusammentragen können, um ein Strafverfahren einzuleiten. Im Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum von Bund und Ländern, das sich sieben Mal mit Amri befasst hatte, seien die Sicherheitsexperten zu dem Schluss gekommen: „Irgendwas stimmt mit der Person nicht, aber wir kriegen kein Fleisch dran.“ Künftig müssten Polizei und Verfassungsschutz feinere Kriterien entwickeln, sagte Freier.

Eine weitere Lehre aus dem Fall sei, dass Maßnahmen der unterschiedlichen Sicherheitsbehörden besser dokumentiert werden müssten. NRW habe damals nicht erfahren, dass der Berliner Verfassungsschutz Amris Observierung beendet habe. Der abgelehnte tunesische Asylbewerber Anis Amri hatte am 19. Dezember einen Lastwagen auf den Berliner Weihnachtsmarkt gesteuert und zwölf Menschen getötet.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Nach dem Terroranschlag von Barcelona marschierten Mitglieder der Identitären Bewegung in der Stadt auf. Passanten stellten sich den Rechten entgegen.
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Terror-Fahrer von Barcelona war erst 17 und kündigte die Tat an
Sein Anschlag tötete 14 Menschen und wollte offenbar noch viel mehr treffen - über den Attentäter von Barcelona gibt es mittlerweile nähere Erkenntnisse.   
Terror-Fahrer von Barcelona war erst 17 und kündigte die Tat an
Merkel zu Erdogan: „Wir verbitten uns jede Art von Einmischung“
Der türkische Präsident Erdogan hat die türkischstämmigen Wähler zum Boykott bei der Bundestagswahl aufgerufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel übt an der Einmischung …
Merkel zu Erdogan: „Wir verbitten uns jede Art von Einmischung“
Kampf um die Erinnerung: Bürgerkriegsdenkmäler spalten US-Südstaaten
Der Bürgerkrieg in den USA ist seit 152 Jahren beendet, präsent ist er mancherorts dennoch: Eines dieser Denkmäler war Auslöser für die Zusammenstöße von Charlottesville.
Kampf um die Erinnerung: Bürgerkriegsdenkmäler spalten US-Südstaaten

Kommentare