+
Die schwere Explosion hat etliche Gebäude beschädigt und teilweise zum Einsturz gebracht. 

Laut Regierung 276 Tote

Nach Anschlag in Mogadischu: Merkel zeigt sich entsetzt

Es sind Bilder wie aus einem Kriegsgebiet. Der Anschlag in Somalias Hauptstadt Mogadischu hat Hunderte Menschen getötet und verletzt, etliche Gebäude zerstört. Noch immer hat keiner die Tat für sich reklamiert - Kanzlerin Merkel reagierte bestürzt.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit Entsetzen auf den Terroranschlag von Mogadischu reagiert, bei dem nach somalischen Regierungsangaben mehr als 270 Menschen ums Leben gekommen sind. Die „massenmörderische Tat“ steche in ihrer Bösartigkeit besonders hervor, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Deutschland werde Somalia trotz aller Rückschläge weiter auf dem Weg zu einem demokratischen Prozess und zu innerstaatlicher Stabilisierung unterstützen.

Die gelte für militärische Missionen im Rahmen der EU ebenso wie für die Entwicklungszusammenarbeit und akute humanitäre Hilfe, sagte Seibert.

Zahl der Toten erneut nach oben korrigiert

Bei dem verheerendsten Anschlag in Somalias jüngster Geschichte am Samstag sind nach neuen Angaben der Regierung 276 Menschen getötet worden. 300 Menschen seien zudem verletzt worden, teilte die Regierung mit.

Mindestens 111 der Getöteten wurden bereits auf Anweisung der Regierung begraben, weil die Opfer nicht identifiziert werden konnten.

Am Samstag hatte sich ein Selbstmordattentäter in einem Lastwagen auf einer der belebtesten Kreuzungen in Mogadischu in die Luft gesprengt*. In der Gegend befinden sich Hotels, Läden, Restaurants und Regierungsgebäude. Die schwere Explosion beschädigte viele Häuser und brachte einige zum Einsturz. Rettungskräfte konnten darin etliche Menschen bergen. Am Montag wurden auf den Straßen, auf denen Duzende ausgebrannte Autos und Busse standen, die Aufräumarbeiten fortgesetzt.

Regierung macht Terrormiliz Al-Shabaab für Anschlag verantwortlich

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die Regierung machte allerdings die Terrormiliz Al-Shabaab dafür verantwortlich. Die sunnitischen Fundamentalisten verüben immer wieder Anschläge gegen Zivilisten und Sicherheitskräfte. Sie kontrollieren Teile Somalias und wollen in dem Land am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat mit strikter Auslegung des islamischen Rechts errichten. Eine 22 000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen Al-Shabaab.

Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed nannte den Anschlag im staatlichen Rundfunk eine nationale Tragödie. Die internationale Gemeinschaft zeigte sich solidarisch: Die Türkei wollte noch am Sonntag ein Militärflugzeug mit medizinischer Hilfe nach Mogadischu schicken, twitterte der Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin. "Solidarität mit Somalia", twitterte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er forderte mehr Unterstützung für die AU im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy verurteilte den Anschlag.

dpa

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Merkel und Macron unterzeichnen neuen Freundschaftsvertrag
Aachen (dpa) - Exakt 56 Jahre nach Unterzeichnung des Élysée-Vertrages wollen Deutschland und Frankreich einen neuen Freundschaftspakt besiegeln.
Merkel und Macron unterzeichnen neuen Freundschaftsvertrag
Rechtspopulistin Le Pen mit hartem Vorwurf gegen Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron wollen den Aachener Vertrag unterzeichnen. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen reagiert …
Rechtspopulistin Le Pen mit hartem Vorwurf gegen Merkel
Brexit: „Habe keinen Plan B gehört“ - viel Kritik an Theresa May
Europa blickt nach London: Premierministerin Theresa May hat verkündet, wie sie das Chaos beim Brexit in den Griff bekommen will. Alle News im Live-Ticker.
Brexit: „Habe keinen Plan B gehört“ - viel Kritik an Theresa May
Wegen Brexit-Wirrwar: AKK warnt vor Spekulationen um vorgezogene Neuwahl
Der Brexit hält aktuell ganz Europa in Atem. Nun hat Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) vor Spekulationen um vorgezogene Neuwahlen gewarnt.
Wegen Brexit-Wirrwar: AKK warnt vor Spekulationen um vorgezogene Neuwahl

Kommentare