+
Im Jemen tobt seit fast zwei Jahren ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern der Regierung und schiitischen Huthi-Rebellen.

Bürgerkrieg tobt weiter

50 Tote bei IS-Anschlag auf Soldaten im Jemen

Sanaa - Wieder reißt ein Selbstmordattentäter im Jemen viele Menschen mit in den Tod. Ziel waren Soldaten, die ihren Sold abholen wollten. Zur Tat bekannte sich die Terrormiliz IS.

Bei einem Selbstmordanschlag der Terrormiliz IS in der jemenitischen Hafenstadt Aden sind am Sonntag mindestens 49 Soldaten getötet worden. Viele weitere Menschen seien verletzt worden, als sich der Attentäter in der Nähe einer Militärbasis in die Luft sprengte, berichtete medizinisches Personal weiter. Sicherheitskreisen zufolge hatten sich die Soldaten an dem Stützpunkt versammelt, um ihren Sold abzuholen. Der Islamische Staat (IS) bekannte sich über sein Sprachrohr Amak zu der Tat.

Im Jemen tobt seit fast zwei Jahren ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern der Regierung und schiitischen Huthi-Rebellen. Weil die Rebellen die Hauptstadt Sanaa und weite Teile im Norden des Landes kontrollieren, regiert die international anerkannte Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi von Aden im Süden aus. Die Soldaten, denen der Anschlag galt, kämpfen für die Regierung.

Extremisten machen sich das Chaos in dem bitterarmen Land zunutze und verüben immer wieder blutige Anschläge auf Sicherheitskräfte. Ähnliche Anschläge auf Sicherheitskräfte im Süden des Jemens hatten schon in der Vergangenheit die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und das Terrornetzwerk Al-Kaida für sich beansprucht.

Nahrungsmittel- und Wasserknappheit: Mehr als 14 Millionen Menschen betroffen

Erst am vergangenen Wochenende hatte ein Selbstmordattentäter in Aden Dutzende Soldaten mit in den Tod gerissen. Dem Auswärtigen Amt zufolge bekannte sich der IS damals ebenfalls. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen zündete der Attentäter auch dort vor einem Armeelager einen Sprengstoffgürtel inmitten wartender Soldaten.

Nach UN-Angaben wurden seit Beginn der saudischen Luftangriffe auf die Huthis mehr als 7000 Menschen getötet. Die humanitäre Situation im Jemen ist katastrophal. Mehr als 14 Millionen Menschen leiden unter Nahrungsmittel- und Wasserknappheit - das ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung. In der Hauptstadt Sanaa waren Cholerafälle gemeldet worden. Zudem mussten Millionen Menschen im Land aus ihren Häusern in andere Landesteile fliehen.

Diplomatische Vermittlungsversuche waren in der Vergangenheit immer wieder gescheitert. Zuletzt lief eine brüchige Waffenruhe zwischen Huthis und Regierung aus, ohne dass weitere Gespräche vereinbart wurden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erster SPD-Landesverband stimmt gegen Sondierungsgespräche
SPD und Union ringen um eine neue Bundesregierung. GroKo ja oder nein? Ist „KoKo“ vom Tisch? Immerhin hat sich die SPD nun geeinigt, Sondierungen aufzunehmen. Alle News …
Erster SPD-Landesverband stimmt gegen Sondierungsgespräche
Europas Rechtspopulisten fordern in Prag Ende der EU
Die Rechtsaußen-Fraktion ENF im Europaparlament hält einen großen Kongress in Prag ab. Der Tagungsort dürfte kein Zufall, sondern ein Signal sein: In Tschechien rechnen …
Europas Rechtspopulisten fordern in Prag Ende der EU
Seehofer als CSU-Vorsitzender bestätigt - Söder zum Spitzenkandidaten gekürt
Horst Seehofer ist als Parteivorsitzender wiedergewählt worden, Markus Söder geht als Spitzenkandidat der Union ins Rennen: alles zum CSU-Parteitag im News-Ticker zum …
Seehofer als CSU-Vorsitzender bestätigt - Söder zum Spitzenkandidaten gekürt
Knackpunkt Gesundheitspolitik: Ende der Zwei-Klassen-Medizin?
Stefan Weil ist die gängige Bevorzugung von Privatpatienten ein Dorn im Auge. Außerdem stehe die SPD für eine Bürgerversicherung ein, die auch Beamte und Selbstständige …
Knackpunkt Gesundheitspolitik: Ende der Zwei-Klassen-Medizin?

Kommentare