Im Krematorium
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Ein Sarg mit der Aufschrift «Covid 19» und dem Zeichen «Biohazard» steht in einem Krematorium.

RKI-Zahlen

Mehr als 60.000 Corona-Tote in Deutschland

In Deutschland sterben jeden Tag mehrere Hundert Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Hochbetagte tragen das größte Todesrisiko.

Berlin (dpa) - Die Zahl der Verstorbenen nach einer Corona-Infektion in Deutschland ist auf mehr als 60.000 gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 855 neue Todesfälle verzeichnet - insgesamt 60.597. Das teilte das Robert Koch-Institut in Berlin mit.

Regierungssprecher Steffen Seibert nannte die Zahl der Todesfälle «erschütternd hoch». Jeden Tag sterben mehrere hundert Menschen nach einer Corona-Infektion. Am Vortag waren 786 neue Todesfälle gemeldet worden.

Vor zwei Wochen hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Aktion #lichtfenster aufgerufen und zur Erinnerung an die Toten der Corona-Pandemie von da an abends ein Licht in ein Fenster von Schloss Bellevue gestellt. Auch an die, die um ihr Leben kämpfen, soll damit gedacht werden. Etwa auch unter #mehralsnureinezahl wird in sozialen Medien der Corona-Toten gedacht. Steinmeier will nach Ostern in Berlin eine zentrale Gedenkfeier für die Toten der Pandemie in Deutschland ausrichten.

Hochbetagte tragen das größte Todesrisiko. «Wenn 80 Prozent der Menschen in Pflegeheimen zumindest jetzt eine Erstimpfung erhalten haben, ist das schon ein gutes Stück mehr Sicherheit», sagte Seibert. Es müssten aber alle Anstrengungen wie weitere Impfungen und Tests in den Heimen unternommen werden, um die Lage dort zu entschärfen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte, mehr Augenmerk auf die Pflegebedürftigen zu legen. «Die Rate der Neuinfektionen ist seit der Jahreswende um zwei Drittel gesunken», sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Doch die Zahl der bundesweit an und mit Covid-19 gestorbenen Menschen nimmt nicht in gleichem Maße ab.» Im Laufe von nur sechs Wochen seien über 30.000 Menschen verstorben. 90 Prozent der Verstorbenen seien über 70 Jahre alt gewesen.

Für die besonders oft betroffenen Heimbewohner zog Brysch in Zweifel, ob Hochbetagte auch immer ein Impfangebot unabhängig von einer Infektion bekommen sollten. Geklärt werden müsse, ob bei dieser Personengruppe womöglich eine Verbindung zwischen hoher Todesrate und Impfung bestehen könne. «Dafür braucht es aber ein konsequentes Monitoring dieser Personengruppe vor und nach der ersten Injektion.»

Experten hatten zuletzt diskutiert, ob bei Hochbetagten mögliche Nebenwirkungen der Impfung wie Fieber, Übelkeit und Durchfall zu einem tödlichen Ausgang beitragen könnten. Allerdings wurde dabei die Meinung vertreten, dass auch bei Älteren mit Vorerkrankungen die Gefahr durch eine Infektion deutlich höher sei.

© dpa-infocom, dpa:210205-99-319965/3

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