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Beim letzten IS-Angriff in der Türkei erschoss ein Attentäter 39 Menschen in dem beliebten Nachtklub Reina.

Auch Deutsche unter den Verdächtigen

Mehr als 750 mutmaßliche IS-Anhänger festgenommen

Istanbul - Bei mehreren Razzien hat die türkische Polizei mehr als 750 mutmaßliche IS-Terroristen festgenommen. Unter den Verdächtigen sind auch Deutsche.

Bei landesweiten Razzien gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sind in der Türkei mehr als 750 Verdächtige festgenommen worden. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag meldete, stieg die Zahl der Festnahmen seit Sonntag auf 763. Demnach wurden bei den gleichzeitigen Razzien in 29 der 81 Provinzen des Landes auch Waffen, Munition und Dokumente beschlagnahmt. Es war der bisher größte derartige Einsatz gegen die Extremistengruppe in der Türkei.

Anadolu zitierte die Sicherheitsbehörden mit der Aussage, die IS-Miliz habe zu Propagandazwecken eine "sensationelle Aktion" in der Türkei geplant mit Medieneinrichtungen als möglichem Ziel. Zuletzt hatte die Dschihadistengruppe in der Silvesternacht einen schweren Anschlag in der Türkei verübt, als ein Attentäter im schicken Istanbuler Nachtclub "Reina" bei einer Silvesterparty 39 Menschen erschoss.

Der mutmaßliche Attentäter wurde zwei Wochen später am Rande von Istanbul festgenommen. Laut Medienberichten hatte der Usbeke zunächst überlegt, die Feiernden auf dem zentralen Taksim-Platz oder die Redaktion der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" anzugreifen, sich dann aber nach Rücksprache mit der IS-Führung im syrischen Rakka für das "Reina" entschieden.

Der Türkei war von ihren westlichen Verbündeten lange vorgeworfen worden, radikale Islamisten im Land frei agieren und ihre Kämpfer ungehindert nach Syrien reisen zu lassen. Erst im August 2015 schloss sich Ankara der internationalen Koalition gegen die IS-Miliz in Syrien an und öffnete die Luftwaffenbasis Incirlik für die Flugzeuge der Koalition. Seitdem gibt es immer wieder Razzien gegen IS-Anhänger.

Im vergangenem August drang die türkische Armee zudem nach Nordsyrien ein, um die Dschihadisten sowie kurdische Milizen von der Grenze zurückzudrängen. Nach anfänglichen Erfolgen steckt der Einsatz aber seit Wochen vor Al-Bab fest. Angesichts des erbitterten Widerstands der IS-Kämpfer, gelingt es der Armee und ihren syrischen Verbündeten nicht, die Stadt unter Kontrolle zu bringen.

Auch Deutsche unter den Inhaftierten

Zudem sei auch ein Terrorverdächtiger aus Bremen unter den Festgenommenen. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag entsprechende Medienberichte. Laut Bild.de wurde auch ein aus Hamburg stammender IS-Anhänger in der Türkei festgenommen.

Nach Angaben der türkischen Zeitung „Habertürk“ von Januar wurden die beiden bei einer Polizeirazzia in der türkischen Hauptstadt Ankara in Polizeigewahrsam genommen. Adnan S. soll unter dem Decknamen Aleksandar Mitic agiert haben. Zulhajrat S. stammt nach Angaben von „Habertürk“ aus Makedonien.

Die beiden sollen Anschläge in Europa vorbereitet haben. Die Staatsanwaltschaft in Ankara werfe ihnen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vor und fordere bis zu 22,5 Jahre Haft, berichtete „Habertürk“ weiter. Wann genau der Zugriff erfolgte, war zunächst unklar.

dpa

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