69 Prozent Anstieg

Mehr Asylbewerber, weniger Widerrufe

Berlin - Im Februar wurden in Deutschland erneut sehr viel mehr Asylanträge gestellt als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Februar 2013 stieg die Zahl um 69,1 Prozent auf 11.220.

Das teilte das Bundesinnenministerium am Donnerstag mit. Im Vergleich zum Januar ging die Zahl aber zurück: Im Vormonat waren noch 14.463 Anträge gezählt worden.

Die meisten Asylsuchenden kamen im Februar aus dem Bürgerkriegsland Syrien (1867), gefolgt von Serbien (1305), Albanien (833), Afghanistan (796) sowie Mazedonien (661). Im Januar hatte noch Serbien mit 2548 Anträgen an der Spitze gelegen.

In der Statistik werden sowohl Erstanträge (9828) als auch Folgeanträge (1392) berücksichtigt. Das Bundesamt entschied im Februar zugleich über 11.908 Anträge von Asylsuchenden. Knapp die Hälfte davon (46,8 Prozent) erledigte sich durch die Rücknahme des Antrags oder andere Verfahrenseinstellungsgründe. Nicht ganz ein Drittel der Anträge (28,6 Prozent) wurde abgelehnt.

2118 oder 17,8 Prozent der Asylsuchenden wurden im Februar als Flüchtlinge nach der Genfer Konvention offiziell anerkannt. 649 oder 5,4 Prozent wurden gemäß EU-Regulationen unter sogenannten subsidiären Schutz gestellt, etwa weil ihnen Folter oder Hinrichtungen in ihrem Heimatland drohen. Weitere 163 Menschen (1,4 Prozent) kamen in den Genuss eines Abschiebeverbots.

Weniger Asylanerkennungen widerrufen

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 526 Asyl- oder Flüchtlingsanerkennungen zurückgenommen worden. Insgesamt kam es zu 11.125 Widerrufsprüfverfahren, in über 95 Prozent der Fälle blieb die Anerkennung aber bestehen, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion vom Donnerstag hervorgeht. Im letzten Quartal des Jahres 2013 lag die Zahl der nicht widerrufenen Fälle sogar bei über 97 Prozent. Im Vergleich dazu sprach die Bundesregierung 2012 häufiger Widerrufe aus. Damals kam es bei über 5 Prozent aller Fälle dazu, dass die Anerkennung zurückgenommen wurde.

KNA/afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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