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Wieder Turnhallen als Notquartiere?

Mehr Flüchtlinge in Oberbayern: Neue Notfall-Pläne gefordert

München - Die Flüchtlingslage in Oberbayern spitzt sich zu. Man erwartet einen starken Anstieg der Flüchtlingszahlen. Die CSU wirbt für Quote und Aufnahmezentren.

Die Aufnahme-Quoten für die Landkreise würden bald „stark steigen“, sagte Erdings Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) nach einem Treffen seiner oberbayerischen Kollegen. Es sei gut möglich, dass man erneut etwa auf Turnhallen als Notquartiere zurückgreifen müsse. In Einzelfällen wird der Notfallplan, ursprünglich für harte Winter gedacht, sofort wieder aktiviert, bestätigte die Staatsregierung.

In Oberbayern kommen derzeit überdurchschnittlich viele Asylsuchende an. Der Bahnstreik und die Feiertage behinderten laut Sozialministerium die Verteilung der Neuankömmlinge auf andere Landesteile.

Die CSU warnte vor einer Überforderung der Bundesrepublik. „Auch bei uns kommt der Punkt, wo die Aufnahme schwierig wird“, warnte Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer. „Integration klappt nur, wenn die Zahl nicht exorbitant wird“, sagte er unserer Zeitung. Kreuzer stellte sich hinter Pläne der EU, Flüchtlinge nach Quoten zu verteilen. Dabei dürften Länder wie Großbritannien, Dänemark oder Irland aber nicht ausgenommen werden, sagte er nach Gesprächen in London und Kopenhagen.

In der CSU zeichnet sich zudem ab, doch für Aufnahmezentren in Nordafrika einzutreten. „Mittelfristig brauchen wir das, das ist zielführender“, sagte Kreuzer. In den Zentren solle über Asyl in Europa entschieden und, bei Aufnahme, ein sicherer Transport organisiert werden. Boote von Schleusern sollten zerstört werden.

Ministerpräsident Horst Seehofer reist heute zu einem Kurzbesuch nach Italien. In Rom will er mit Präsident Sergio Mattarella und mehreren Ministern über die Flüchtlingskrise reden. Bayern wisse, dass Italien bei der Erstaufnahme Enormes leiste, sagte der CSU-Chef.  cd/ham

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