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Laut dem aktuellen Migrationsbericht stammen 39 Prozent der Zuwanderer aus dem EU-Ausland. 

Neuer Migrationsbericht

Flüchtlinge: Bundesregierung sieht „Trendwende“

Berlin - Im vergangenen Jahr kamen nicht nur besonders viele Flüchtlinge. Auch die Migration von Europäern nach Deutschland steigt - allerdings bei einigen Nationalitäten nicht mehr ganz so stark wie zuvor.

Die Bevölkerung in Deutschland ist im vergangenen Jahr durch Zuwanderung so stark gewachsen wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik. Das geht aus dem Migrationsbericht 2015 hervor, der am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Danach sind im vergangenen Jahr 2,14 Millionen Menschen nach Deutschland gezogen. Gleichzeitig verließen fast eine Million Menschen das Land. Der sogenannte Wanderungsgewinn lag damit bei fast 1,14 Millionen Menschen.

Rund 39 Prozent der Zuwanderer, die 2015 nach Deutschland kamen, waren EU-Ausländer. Sechs Prozent waren Deutsche, die entweder im Ausland geboren wurden oder nach längerer Abwesenheit in die Heimat zurückkehrten. 13 Prozent der neu Zugezogenen stammten aus europäischen Staaten, die nicht Teil der EU sind, 30 Prozent aus Asien und 5 Prozent aus Afrika. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte: „Es lohnt sich genau hinzuschauen. Migration ist nicht nur Asyl.“

Türken kamen im vergangenen Jahr vor allem per Familiennachzug nach Deutschland. 7720 türkische Staatsbürger beschritten diesen Weg. Deutlich weniger Menschen aus der Türkei beantragten ein Visum, um hierzulande zu arbeiten oder zu studieren. Die Zahl der Griechen, Spanier und Portugiesen, die 2015 nach Deutschland kamen, war zwar erneut höher als die Zahl der Rückkehrer aus diesen ehemaligen Gastarbeiter-Anwerbestaaten. Der „Wanderungsgewinn“ fiel für diese Nationalitäten diesmal aber etwas niedriger aus als in den Vorjahren.

Seibert: Deutschland hat die Zuwanderung in den Griff bekommen

„Der Bericht zeigt auch, dass Deutschland die Zuwanderung von Schutzsuchenden und anderen Migranten inzwischen in den Griff bekommen hat“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Dazu hätten Maßnahmen wie das EU-Türkei-Abkommen und der Kampf gegen Schlepper in der Ägäis beigetragen. Beides habe dazu geführt, dass nicht mehr so viele Menschen bei der Flucht über das Meer ertrinken. „Es ist auch eine humanitäre Aufgabe, dies für andere Teile des Mittelmeers zu erledigen, aber dazu brauchen wir Partner“, fügte er hinzu.

Thailand, Kasachstan und Russland sind die einzigen Staaten, aus denen im vergangenen Jahr überproportional viele Frauen nach Deutschland gekommen sind. Laut Migrationsbericht waren im vergangenen Jahr gut 72 Prozent der neu Zugezogenen aus Thailand weiblich. Bei den Zuwanderern aus Russland und Kasachstan lag der Frauenanteil bei jeweils rund 60 Prozent.

Den höchsten Männeranteil unter den zugezogenen Ausländern stellten die Behörden für das Herkunftsland Pakistan (90 Prozent) fest. Bei den Zuwanderern aus Marokko, Somalia, Afghanistan, Syrien und dem Irak lag der Anteil der Männer bei jeweils über 70 Prozent.

Unter den Nicht-EU-Bürgern, die zum Studieren kamen, stellten die Chinesen mit 10 092 Zuwanderern mit Abstand die größte Gruppe. Auf Rang zwei lag Indien (4417), gefolgt von den USA (4162).

dpa

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