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Homöopathische Globuli

Umstrittene Entscheidung im Landtag

Mehr Geld für Homöopathie-Studie

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Dass Bayern prüft, ob Homöopathie im Kampf gegen multiresistente Keime helfen kann, hatte für viel Wirbel gesorgt. Nun könnte für die umstrittene Studie  sogar doppelt so viel Geld bereitgestellt werden, wie zunächst veranschlagt.

Die Entscheidung hatte im November für bundesweites Aufsehen gesorgt: Der Landtag will untersuchen lassen, ob durch homöopathische Mittel der Einsatz von Antibiotika reduziert werden kann, um so die Bildung multiresistenter Keime einzudämmen. Nun zeichnet sich ab: Für die umstrittene Studie wird voraussichtlich sogar doppelt so viel Geld bereitgestellt, wie zunächst veranschlagt war.

Das Thema hatte den Landtag gespalten. Während CSU, Freie Wähler und ein Großteil der Grünen die Studie unterstützten, sahen SPD und FDP darin eine Abkehr von der Wissenschaft. Auch die AfD war dagegen. Am Ende stimmten 120 Abgeordnete dafür, 47 dagegen, drei enthielten sich. Die Studie war damit beschlossen. Die geschätzten Kosten lagen bei 300 000 bis 400 000 Euro.

Doch heute entscheidet der Haushaltsausschuss im Landtag über einen Änderungsantrag von CSU und Freien Wählern, wonach noch einmal weitere 400000 Euro in den Gesundheitshaushalt eingestellt werden sollen. Geht der Antrag mit der Mehrheit der beiden Regierungsparteien durch, könnte die Studie demnach also bis zu 800 000 Euro teuer werden. „Und das, obwohl wir längst wissen, dass homöopathische Präparate keine Wirkung haben, die über den Placebo-Effekt hinausgeht“, kritisiert SPD-Gesundheitssprecherin Ruth Waldmann gestern gegenüber unserer Zeitung.

Für den CSU-Gesundheitssprecher Bernhard Seidenath, der die Homöopathie-Studie selbst im November maßgeblich vorangetrieben hatte, befindet sich der Betrag hingegen „jetzt in einer vernünftigen Größenordnung“. Das Thema Homöopathie sei so polarisierend, „da soll bei der Studie auch etwas Vernünftiges herauskommen“. Wer die Untersuchung durchführen soll, und wie sie angelegt ist, das steht derzeit noch nicht fest.

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