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Aufnahmestelle für Flüchtlinge im bayerischen Zirndorf. Foto: David Ebener/Archiv

Mehr Hilfe für Flüchtlinge aus Syrien gefordert

Berlin (dpa) - Vor der Syrien-Flüchtlingskonferenz am Dienstag in Berlin werden die Rufe nach zusätzlichen Finanzhilfen lauter. "Wir haben es hier mit einer Jahrhundert-Katastrophe zu tun", warnte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Montag in Berlin.

Er sieht unter anderem die EU in der Pflicht. "Das Geld ist da - man muss nur neue Prioritäten setzen." Eine Gruppe von mehr als 50 Nichtregierungsorganisationen fordert sogar eine Verdoppelung der humanitären Unterstützung. In einem gemeinsamen Appell rufen sie die westlichen Staaten außerdem dazu auf, mindestens 180 000 weitere Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen.

Zu der Berliner Flüchtlingskonferenz werden die Vertreter von 40 Staaten und Organisationen erwartet, um über den weiteren Umgang mit den Syrien-Flüchtlingen zu beraten. Millionen Syrer leben derzeit in provisorischen Unterkünften innerhalb ihres Landes oder in den unmittelbaren Nachbarstaaten.

Durch den nahenden Winter wird ihre Situation zunehmend dramatisch. Viele Unterkünfte müssen dringend winterfest gemacht werden. Christian Schneider, der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, sprach von einem "Wettlauf gegen die Zeit". Entwicklungsminister Müller warnte: "Es wird gestorben werden, wenn nicht sofort und entschieden und entschlossen zusätzlich geholfen wird." Allerdings ist fraglich, ob bei der Konferenz am Dienstag konkrete finanzielle Zusagen gemacht werden.

Müller warb dafür, aus bestehenden EU-Töpfen kurzfristig eine Milliarde Euro bereitzustellen. Deutschland werde darüber hinaus gemeinsam mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zusätzliche Flüchtlingsunterkünfte im Nordirak errichten. In dem Land seien für den Winter 26 zusätzliche Camps notwendig, von denen aber erst 10 Camps fertig seien. Nach Unicef-Angaben sind mittlerweile sieben Millionen Kinder und Jugendliche auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Syrien und vor der Terrormiliz IS.

Zu der Berliner Konferenz kommen auch Vertreter aus Jordanien, dem Libanon und der Türkei. Diese Länder sind von den Flüchtlingsströmen aus Syrien besonders betroffen. Mathias Mogge vom Verband Entwicklungspolitik (VENRO) beklagte, das humanitäre System in der Region sei unterfinanziert und der Bedarf derzeit nur zu 47 Prozent gedeckt. Abeer Ziadeh von der Organisation Save the Children berichtete, Zehntausende Flüchtlingskinder hätten derzeit keinen Zugang zu Bildungseinrichtungen. Vor diesem Hintergrund warnte sie vor einer "verlorenen Generation".

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