Geheimbericht der Bundespolizei

Mehr Videoüberwachung kostet Milliarden

Berlin - Eine Videoüberwachung aller deutschen Bahnhöfe würde Kosten in Milliardenhöhe verursachen. Das geht aus einem Geheimbericht der Bundespolizei vor. Auch dem Bahnchef geht es ums Geld.

Eine Videoüberwachung aller deutschen Bahnhöfe würde den Bund nach einem Zeitungsbericht mehrere Milliarden Euro kosten. Allein um die 325 am meisten benutzten Bahnhöfe mit Kameras auszurüsten, müssten 241 Millionen Euro investiert werden, berichtet die „Bild“-Zeitung vom Mittwoch unter Berufung auf einen Geheimbericht der Bundespolizei.

Auch Bahn-Chef Rüdiger Grube verwies auf höhere Kosten. „Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Schon das Installieren der Kameras kostet Geld - ganz abgesehen von den Personalkosten für die Experten in den Überwachungszentralen“, sagte Grube der „Passauer Neuen Presse“. Der Vorstandschef der Deutschen Bahn zeigte sich grundsätzlich offen für eine verstärkte Videoüberwachung. „Wenn die Politik mehr Überwachung und mehr Aufzeichnung der Bilder haben will, kann sie das über die Bundespolizei veranlassen. Und über die Umsetzung sprechen wir dann natürlich gemeinsam.“ Man müsse sich jetzt rasch anschauen, wo Handlungsbedarf bestehe.

Die Debatte war durch den versuchten Bombenanschlag im Bonner Hauptbahnhof losgetreten worden. Das CSU-geführte Bundesinnenministerium will die Videoüberwachung ausweiten. SPD, Grüne und Linke sind dagegen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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