Schauspieler Dieter Bellmann verstorben

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Die Zahl der Polizisten, die Opfer einer Straftat wurden, war 2016 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Foto: Kay Nietfeld

Umfrage

Mehrheit der Deutschen für Körperkameras an Polizisten

Führen Körperkameras zu weniger Gewalt bei Polizei-Einsätzen? In fast allen Ländern laufen Pilot-Projekte mit Bodycams. Datenschützer aber haben Bedenken.

Berlin (dpa) - Deutlich mehr Menschen als noch vor einem Jahr befürworten nach einer Umfrage, dass Polizisten im Einsatz Körperkameras tragen.

72,5 Prozent der Befragten sind der INSA-Umfrage im Auftrag der "Bild"-Zeitung der Ansicht, dass Polizisten mit einer Bodycam ausgestattet sein sollten. Vor einem Jahr lag die Zustimmung mit leicht über 62 Prozent deutlich darunter. Gegen Körperkameras, die auf oder an der Schulter der Beamten befestigt sind, sprachen sich dagegen nur 11,5 Prozent aus (2016: 16,7).

Angesichts der steigenden Zahl von Angriffen auf Polizisten fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schon seit Langem den bundesweiten Einsatz der Kameras. "Wegen der zunehmenden Gewalt gegen Polizeibeamte kann die Bodycam dabei helfen, Polizisten vor Angriffen zu schützen", sagte der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, der "Bild". "Spitzen sich Situationen zu, erklären wir dem Gegenüber, dass die Kamera läuft. Erfahrungen zeigen, dass dann häufiger die Aggressivität abnimmt." Die Aufnahmen erleichterten es auch, Straftaten zu verfolgen. "Und: Man sieht zum Beispiel, wer zuerst schlägt."

Laut Kriminalitätsstatistik des Bundeskriminalamtes wurden 2016 insgesamt 63 167 Polizisten Opfer von Straftaten (2015: 56 822). Dabei handelte es sich in 45 075 Fällen um Widerstands-Delikte.

Körperkameras werden bisher nur in Hessen regelmäßig eingesetzt, sagte ein GdP-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Es gebe aber in fast allen Bundesländern Pilot-Projekte, auch bei der Bundespolizei. Diese zeigten, dass es mit den Bodycams zu weniger Aggression und Gewalt gegenüber Polizisten komme.

Datenschützer hegen allerdings Bedenken. Etwa, weil die Aufnahmen nicht immer sofort gelöscht, sondern für Verfahren aufbewahrt werden, etwa für Strafverfahren oder Ordnungswidrigkeitsverfahren. Körperkameras dürften nicht "die Tür für eine flächendeckende Videoüberwachung öffnen", betonte GdP-Chef Malchow gegenüber der "Bild".

Und umgekehrt? Führen die Kameras auch dazu, dass Polizisten sich im Einsatz anders verhalten? Eine Studie der Universität Cambridge aus dem Jahr 2014, die das Videomaterial von Einsätzen in Kalifornien ausgewertet hat, legt das nahe. Demnach seien Beschwerden gegenüber Polizisten um 87 Prozent zurückgegangen. In ihrem Bericht betonten die Forscher, dass das Wissen über die Kameras bei allen an einem Polizeieinsatz Beteiligten das Bewusstsein auf das eigene Handeln schärfe.

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