Affront im Weißen Haus

Melania Trump sorgt vor Bidens Amtseinführung für Eklat: „Schon wieder ein Traditionsbruch“

  • Josef Forster
    VonJosef Forster
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Melania Trump, First Lady der USA, bricht mit einer jahrzehntelangen Tradition. Die ausbleibende Einladung markiert den Abschluss ihrer unauffälligen Amtszeit im Weißen Haus

  • Donald und Melania Trumps Zeit im Weißen Haus endet am 20. Januar 2021.
  • Melania Trump verzichtet darauf, Jill Biden zum traditionellen Tee einzuladen.
  • Seit 1952 treffen sich die Ehefrauen des neuen und abgewählten US-Präsidenten zum gemeinsamen Tee.

Washington D.C. - Die friedliche Machtübergabe zwischen abgewählter und neuer Regierung zeichnete die USA jahrhundertelang aus. Nach einer, höchstens zwei Amtszeiten übergab der Präsident Amt und Verantwortung an seinen Nachfolger. Sinnbildlich für den Machtwechsel gratulierte der Ex-Präsident seinem Nachfolger bei der Amtsvereidigung. In den letzten Tagen seiner Amtszeit sorgt Trump für einen Aufreger: Wie er auf seinem inzwischen gesperrten Twitter-Account verlauten ließ, werde er der „Inauguration“ Joe Bidens fernbleiben. Doch nicht nur Donald Trump sorgt in seinen letzten Tagen als US-Präsident für Schlagzeilen. Auch seine Ehefrau Melania bricht eine Tradition.

Jill Biden: Keine Einladung von Melania Trump erhalten

Wie USA Today meldet, hat Jill Biden noch keine Einladung zum gemeinsamen Tee von Melania Trump erhalten. Der Ehefrau des designierten US-Präsidenten Joe Biden bleibt damit die Gelegenheit verwehrt, sich öffentlichkeitswirksam mit First Lady Melania Trump auszutauschen. Seit 1952 findet das Treffen der Ehefrauen statt, das zu einem Symbol der friedlichen Machtübergabe wurde. Experten messen dem Treffen ebenso viel Gewicht zu, wie das Treffen zwischen den beiden Präsidenten. Im Fall von Donald Trump und Joe Biden fand dieses Treffen noch nicht statt.

Obwohl Donald Trump im Rahmen US-Wahlen 2016 seinen Vorgänger Barack Obama persönlich angriff, lud First-Lady Michelle Obama Melania Trump zu der Tee-Tradition ein. „In der modernen Geschichte hat es immer eine Einladung gegeben. Die Tradition geht mindestens auf Bess Truman und Mamie Eisenhower im Jahr 1952 zurück“, merkt Kate Andersen Brower gegenüber USA Today an.

„Zeremonien sind wichtig. Traditionen sind wichtig“, führt die Journalistin und Expertin für das Weiße Haus aus. Für Brower steht das gemeinsame Tee-Trinken mit anschließender Tour durch das Weiße Haus sinnbildlich für den zivilisierten und manierlichen Umgang der Gesellschaft. Anita McBride, Insiderin für Vorgänge im Weißen Haus, fasst das Ausbleiben der Einladung in USA Today zusammen: „Schon wieder ein Traditionsbruch“. Angesichts der Spaltung in der US-amerikanischen Gesellschaft ein verpasstes Zeichen der Versöhnung.

Melania Trump beendet ihre unauffällige Amtszeit als First Lady

Wenn am 20. Januar 2021 die Amtszeit Donald Trumps endet, wird sich auch First Lady Melania aus dem Weißen Haus verabschieden. Sie verpasste es, in den vier Jahren als First Lady ein klares Profil zu gewinnen. Während ihre Vorgängerin Michelle Obama mit eloquenten Reden ihren politischen Standpunkt begründete, hielt sich Melania Trump im Hintergrund.

Als militante Trump-Anhänger das Kapitol stürmten und fünf Menschen dabei ums Leben kamen, blieb Melania Trump stumm. Mit Verzögerung verurteilte die First Lady die Geschehnisse: „Ich bin enttäuscht und entmutigt über das, was letzte Woche passiert ist“. Sie beklagte zudem, dass es im Zusammenhang mit den Ereignissen am Kapitol „anzüglichen Klatsch, ungerechtfertigte persönliche Angriffe und falsche, irreführende Anschuldigungen“ gegen sie gegeben habe. Zuletzt geriet Melania Trump durch Veröffentlichungen ehemaliger Vertrauter ins Kreuzfeuer. (jf mit dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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