US-Präsident Donald Trump winkt seinen Fans zu, während er und First Lady Melania Trump vor dem Weißen Haus zu einem Hubschrauber gehen.
+
Winken für die Fans vor dem Weißen Haus: Eine bestimmte Feierlichkeit der Trumps stieß vielen jetzt übel auf.

„Noch so eine Sache ...“

Melania Trump feiert „historischen Meilenstein“: Bürgern platzt der Kragen - Abrechnung mit ihrem Mann

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
    schließen

Melania Trump geht wie gewohnt ihrem Job als First Lady nach - nach Ansicht von Kritikern setzt sie dabei aktuell aber ihre Prioritäten falsch.

  • Das Amt als First Lady ist für Melania Trump noch nicht vorbei.
  • Die Ehefrau des US-Präsidenten hat nun das Ergebnis eines ihrer Projekte präsentiert.
  • Doch für das gibt es viel Kritik - vor allem wegen der Corona-Pandemie.

Washington - Ist in der Corona-Pandemie* ein neuer Tennis-Pavillon wirklich das, was die USA dringend brauchen? (Noch-) First Lady Melania Trump* hat das weiße Schmuckstück am Tennisplatz des Weißen Hauses enthüllt - und wenig Beifall erhalten. Zwar schrieb sie davon, hiermit einen „historischen Meilenstein“ bewahrt zu haben, doch in wütenden Reaktions-Tweets wurde auf die hohe Zahl der Covid-19*-Toten sowie überfüllte US-Krankenhäuser verwiesen.

Das Gebäude beklatschten die Follower nur eher wenig. Nicht, weil es hässlich wäre. Sondern, weil das Land gerade andere Sorgen hat, fanden vielen Kommentatoren auf Twitter. Der linksliberale Journalist David Corn (Mother Jones) zum Beispiel twitterte zur Tennis-Pavillon-Pressemitteilung nur lapidar: 282.345. Das war zu dem Zeitpunkt die Zahl der in den USA erfassten Todesfällen mit dem neuartigen Coronavirus.

Melania Trump tritt ins Corona-Fettnäpfchen: „Die Intensiv-Patienten werden sich viel besser fühlen“

Nach Zahlen der Universität Johns Hopkins wurden einen Tag vor der Pavillon-Eröffnung mehr als 175.000 Corona-Neuinfektionen und mehr als 1100 Todesfälle in den USA gemeldet. Dem britischen Guardian fiel in dem Zusammenhang noch der deutlich schärfere Tweet der Journalistin Molly Jong-Fast (Daily Beast) auf: „Oh gut, die Patienten auf den Intensivstationen werden sich so viel besser fühlen, wenn sie wissen, dass der Tennis-Pavillon fertig ist.“

Ein bitteres Fazit kommt auch von @CommenTarri: „Wenn es um Euren Beitrag für das Land geht, werden sich die Menschen daran erinnern, dass ihr inmitten einer Pandemie mit Tausenden Toten pro Woche einen Tennisplatz saniert habt, der in dieser Zeit kaum genutzt werden konnte.“ Die Userin @Stevenson12Amy schießt sich ebenfalls auf den abgewählten US-Präsidenten Donald Trump* ein: „Noch so eine Sache, die Du in Deinem Amt nie gelernt hast: Signale erkennen! Du machst Dir Gedanken um Tennis, während die Todesfälle Rekordhöhen erreichen, die Menschen ihre Miete nicht bezahlen können und Läden Insolvenz anmelden müssen, und zwar nur, weil Deine Regierung so schlecht im Corona-Krisenmanagement war.“

Melania Trump hatte in den vergangenen Jahren auch den Rosengarten am Weißen Haus umgestaltet. Sie hoffe, dass der aus Spendengeldern finanzierte Tennisplatz „ein Ort der Erholung für künftige Präsidentenfamilien“ sein werde, so die First Lady.

Für den Tennis-Pavillon von Trump musste offenbar der Basketball-Korb von Obama weichen

Auch ihr Gatte hatte am Montag ein Foto von dem Neubau veröffentlicht, an dessen Stelle sich vormals eine Art Unterstand befand. Sein Amts-Vorgänger Barack Obama hatte den Platz so umbauen lassen, dass er dort auch Basketball spielen konnte. Davon war jetzt nichts mehr zu sehen.

Trump erneuerte am selben Tag auch seine Betrugsvorwürfe bei der US-Präsidentschaftswahl 2020: „Die Wahl war total manipuliert“, sagte er bei einer Zeremonie im Weißen Haus. „Es ist eine Schande für unser Land, es ist wie ein Dritte-Welt-Land.“ Der Republikaner* hatte am 3. November gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden* verloren.

Dutzende Klagen seiner Anwälte haben allerdings bislang nicht dazu geführt, dass sich die Ergebnisse in wichtigen Bundesstaaten änderten - Trump weigert sich allerdings weiterhin, seine Niederlage einzugestehen. (dpa/frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare