Melania Trump bei einer Ansprache
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Melania Trump: Mit einer Videobotschaft verabschiedet sich die First Lady aus dem Weißen Haus

„Gewalt ist niemals die Antwort“

Melania Trump nimmt Abschied per Video: Ein Satz fällt besonders auf - eine versteckte Botschaft an Donald?

  • vonJosef Forster
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Mit Donald Trump verlässt auch Melania Trump das Weiße Haus. In einer Videobotschaft nimmt sie Abschied und platziert eine leise Botschaft an ihren Ehemann.

  • Donald Trumps Amtszeit endet am 20. Januar um 12 Uhr Ortszeit.
  • Mit Donald Trump verlässt auch die First Lady Melania Trump das Weiße Haus.
  • In einer Videobotschaft fasst sie ihr Wirken zusammen, bedankt sich bei der amerikanischen Bevölkerung und appelliert an den Frieden.

Washington, D.C. - Nach vierjähriger Amtszeit verabschiedet sich heute nicht nur Donald, sondern auch Melania Trump aus dem Weißen Haus. Während der Präsident in den letzten vier Jahren durch laute Entgleisungen auffiel, hielt sich die First Lady meist im Hintergrund. Nun verabschiedet sich die Melania Trump mit einer Videobotschaft per Twitter von der amerikanischen Bevölkerung. Schon im ersten Satz ihrer knapp siebenminütigen Rede spart Melania Trump nicht mit dem Superlativ: „Es war die größte Ehre meines Lebens, als First Lady zu dienen“. Besonderen Wert legt sie in ihrer Ansprache auf die „Be-Best“-Initiative, mit der sie sich für das Wohlergehen von Kindern während ihrer Amtszeit engagierte.

Melania Trump verabschiedet sich per Video: „Gewalt ist niemals die Lösung“

In ihrer Ansprache bedankt sich die First Lady unter anderem bei Angehörigen des Militärs und des öffentlichen Dienstes. Auch das Coronavirus wird in der Rede thematisiert, doch ein Satz fiel in ihrer Abschiedsbotschaft besonders auf. Die First Lady appelliert: „Seid leidenschaftlich, in allem was ihr tut. Bedenkt aber, dass Gewalt niemals die Lösung ist und sie niemals gerechtfertigt sein wird“.

Eine Aussage, die wohl auf die gewaltsame Erstürmung des Kapitols am 6. Januar abzielt. Möglicherweise eine versteckte Botschaft an ihren Mann Donald. Denn ein wütender Mob zog am Tag der offiziellen Anerkennung des Wahlergebnisses vor das Kapitol und verschaffte sich gewaltsam Zugang zu dem Gebäude. Das Gebäude musste evakuiert werden, fünf Menschen starben bei den Unruhen. Nach Ansicht der Demokraten spielte Donald Trump bei der Gewaltexplosion eine zentrale Rolle: Mit einer hetzerischen Rede habe er zuvor seine militanten Anhänger angestachelt. Einem Amtsenthebungsverfahren wurde im Repräsentantenhaus zugestimmt, die Hürde für eine Zustimmung im Senat ist allerdings hoch.

Donald und Melania Trump: Traditionsbrüche zum Ende ihrer Amtszeit

Mit der Ankündigung, der „Inauguration“-Feier Joe Bidens fernzubleiben, sorgte Donald Trump für einen Tabubruch: Es gilt als demokratische Norm, dass der abgewählte Präsident seinem Nachfolger im Amt bei der Zeremonie gratuliert. Stattdessen wird sich Donald Trump wohl in seiner Wahlheimat Florida aufhalten.

Donald und Melania Trump vor Journalisten bei der Silvesterfeier in Mar-a-Lago.

Doch nicht nur Donald Trump sorgte in seinen letzten Amtstagen für einen Affront. Seit 1952 treffen sich die Ehegattinnen der Präsidenten im Rahmen der Amtsübergabe zum gemeinschaftlichen Tee. Melania Trump verzichtete allerdings, Jill Biden zum gemeinsamen Austausch einzuladen. Traditionell gilt das Treffen der Ehefrauen als Symbol der friedlichen Machtübergabe. „Zeremonien sind wichtig. Traditionen sind wichtig“, führt Kate Andersen Brower, Journalistin und Expertin für das Weiße Haus gegenüber USA Today aus. Für Brower steht das gemeinsame Tee-Trinken mit anschließender Tour durch das Weiße Haus sinnbildlich für den zivilisierten und manierlichen Umgang der Gesellschaft.

Melania Trump fordert in ihrer Abschiedsrede, dass „gute Gepflogenheiten“ in den Alltag der Amerikaner Einzug finden sollen. Es ist fraglich, wie dieser Anspruch mit der ausgebliebenen Tee-Einladung an Jill Biden zusammenpasst. (jf)

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