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Waren alles, aber nicht einer Meinung: Frauke Petry und Sahra Wagenknecht bei "Menschen bei Maischberger".

"Menschen bei Maischberger"

"Ein Nazi in Berlin": Petry und Wagenknecht kriegen sich in die Haare

Köln - Sandra Maischberger meldet sich mit einem Paukenschlag aus der Sommerpause zurück: In ihrer Sendung gerieten Frauke Petry und Sahra Wagenknecht aneinander - und die SPD-Politikerin Barley machte Wagenknecht ein Angebot.

Die Zukunft der großen Koalition, der Kanzlerin Angela Merkel - und natürlich von ganz Deutschland: In der ersten "Maischberger"-Sendung nach der Sommerpause standen bedeutsame Themen auf dem Plan. Die geladenen Gäste Katarina Barley (SPD), Frauke Petry (AfD), Sahra Wagenknecht (Die Linke), Peter Radunski (CDU) und der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke waren sich dabei zumindest in einem Punkt einig: Die innenpolitische Lage ist spätestens seit den verheerenden Wahlergebnissen vom Wochenende und Angela Merkels Fehler-Eingeständnissen prekärer denn je zuvor.

Das war es dann aber auch schon gewesen mit den Gemeinsamkeiten - denn schon bald entbrannte in dem TV-Talk, der diesmal unter dem Motto "Das schwarz-rote Debakel: Volksparteien ohne Volk?" stand, eine hitzige Diskussion.

Vor allem die Bundesvorsitzende der AfD und die Fraktionsvorsitzende der Linken gerieten immer wieder aneinander - dabei wirkten die beiden zu Beginn sogar noch recht friedlich: Einstimmig erklärten sie, dass sie mit Merkels öffentlichen Einräumungen schon lange gerechnet hatten. 

Doch nachdem auch ein paar weiteren Gästen das Wort erteilt worden war - zum Beispiel Radunski, der erklärte, dass Merkel eben "ihre Linie durchzieht" und voraussagte, dass sich auch die CSU bald auf den Kurs der "zeitgemäßen Politik" einlassen würde oder Barley, die sich unermüdlich für die Volksparteien einsetzte, die "die ganze Vielfalt der Gesellschaft abbilden und Politik für alle machen" - schien die Debatte langsam aber sicher aus dem Ruder zu laufen.

Und wieder dreht sich alles um die AfD

Sahra Wagenknecht analysierte den stetigen Zuwachs der AfD mit folgenden Worten: "Ein großer Teil der Leute wählt die AfD nicht wegen ihrem Wahlprogramm - denn wenn sie da mal reingeguckt hätten, hätten sie sich sicher erschrocken abgewendet. Sie wählen die AfD, weil sie von den anderen Parteien enttäuscht sind." Anschließend wandte sie sich mit Anschuldigungen direkt an Frauke Petry. So könne Wagenknecht nicht fassen, dass ein AfD-Politiker, der der Linken-Politikerin zufolge ein Nazi sei und in seiner Freizeit mit Hakenkreuzen handele, in Berlin ein Direktmandat bekommen habe.

Das konnte Petry natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Mit einer lässigen Handbewegung und einem Grinsen auf den Lippen - das sie an diesem Abend übrigens in Perfektion beherrschte - tat sie Wagenknechts Vorwürfe ab und bezeichnete diese als "leere Behauptung". Auch, als der Parteienforscher von Lucke und Sandra Maischberger Petry vermehrt auf rechtsradikale Tendenzen in ihrer Partei und fragwürdige, "völkische"  Äußerungen ihrerseits ansprachen, lächelte Petry und wich den Attacken mit gekonnten Phrasen und Floskeln aus, die oft wie auswendig gelernt wirkten. Viele Zuschauer machten ihrem Ärger über Petrys zur Schau gestellte Gleichgültigkeit währenddessen via Twitter Luft: 

In der Sendung wurde dann noch eine Zeit lang wenig objektiv, aber vor allem wild durcheinander geredet, bis Barley schließlich ermüdet feststellte: "Es nervt mich! Wir haben nur ein Thema und wir sprechen andauernd über die AfD."

Ein überraschendes Angebot

Am Ende sorgte die Generalsekretärin dann einfach selbst für einen brisanten Themenwechsel, der für viele einem Tabubruch gleich kam - sie machte Sahra Wagenknecht ein Angebot, mit dem wohl niemand gerechnet hatte. Offenbar kann sich die SPD-Politikerin vorstellen, in Zukunft mit der Linken zusammenzuarbeiten und schloss eine Rot-Rot-Koalition zumindest nicht aus. "Wir setzen uns mal in Ruhe zusammen. Am besten gar nicht vor laufenden Kameras und dann schauen wir mal", sagte Barley. Schließlich gebe es in der linken Partei tatsächlich "sehr viele, gute Leute, mit denen man Politik machen kann."

Peter Radunski von der CDU war im übrigen der einzige anwesende Politiker, der sich eine Zusammenarbeit mit der AfD zumindest annähernd vorstellen könne - er verschob diese Möglichkeit allerdings in eine ferne Zukunft. Eine ähnliche Aussage einer CDU-Politikerin hatte auch am Donnerstagmorgen für Aufregung gesorgt.

Sophie Lobenhofer

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