1. Startseite
  2. Politik

Österreicher könnte neuer UN-Menschenrechtskommissar werden – doch Diplomaten murren

Erstellt:

Von: Marcus Mäckler, Martin Prem

Kommentare

Zu sehen ist wie der österreichischer Jurist Volker Türk vor einem Mikrofon sitzt und hineinspricht. Hinter ihm sitzen noch weitere Personen, er wurde von der Seite fotografiert.
Österreichischer Jurist Volker Türk ist als neuer UN-Hochkommissar für Menschenrechte im Gespräch. © imago stock&people

Der Nachfolger für die Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet könnte der Österreicher Volker Türk sein. Doch die Art der Nominierung steht in Kritik.

München – Der Österreicher Volker Türk soll neuer Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen werden. Wie mehrere Medien am Donnerstag berichteten, will UN-Generalsekretär António Guterres den 57-Jährigen für die Nachfolge von Michelle Bachelet nominieren. Die frühere chilenische Präsidentin bekleidete das Amt vier Jahre lang. Zuletzt umstritten, verzichtete sie auf eine erneute Kandidatur.

Österreicher Volker Türk soll neuer UN-Menschenrechtskommissar werden

Türk, bislang stellvertretender Generalsekretär, gilt als Vertrauter von Guterres. Beide kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim UN-Flüchtlingshilfswerk. Der Jurist arbeitete mehr als 20 Jahre beim UNHCR, von 2015 bis 2019 war er stellvertretender Hochkommissar für Flüchtlinge. Seine Arbeit drehte sich um Schutz und Unterstützung von Geflüchteten und Vertriebenen; die Erfahrung auf dem Gebiet soll auch ausschlaggebend für Guterres’ Entscheidung gewesen sein.

Die Qualifikation für das neue Amt spricht ihm bis dato niemand ab, allerdings gibt es Klagen über mangelnde Transparenz bei der Nominierung. „Es war ein bemerkenswert undurchsichtiger Prozess“, sagte ein westlicher Diplomat. Normalerweise berät sich Guterres in Personalfragen mit den fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats. Ob das auch bei Türk der Fall war, ist unklar.

Kandidatur für Menschrechtskommission: Bachelet zuletzt in Kritik

Das Amt war zuletzt durch Bachelets unrühmliche Rolle in Misskredit geraten. Bachelet hatte einen lange angekündigten Bericht über Menschenrechtsverstöße in China zurückgehalten – und erst kurz vor Amtsende veröffentlicht.

Türk studierte an der Universität Linz Rechtswissenschaften und promovierte an der Uni Wien, wo er vor seinem Antritt beim UNHCR Assistent am Institut für Völkerrecht war. (mp/mmä)

Auch interessant

Kommentare