1. Startseite
  2. Politik

Merkel verteidigt Bau von Nord Stream 2: „An Verbindung durch Handel geglaubt“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Yasina Hipp

Kommentare

Mit ihren aktuellsten Aussagen überrascht Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel, nachdem es lange ruhig um sie war. Nun rechtfertigt sie den Bau von Nord Stream 2.

Berlin - 16 Jahre stand sie an der Spitze der Bundesrepublik Deutschland und lenkte die Geschicke des Landes - auch mit Blick in Richtung Russland und der Ukraine. Seit der Amtsübernahme durch Olaf Scholz nur Monate vor dem Ukraine-Konflikt war es um Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel ruhig geworden. Damit war jetzt Schluss - mit ihren aktuellen Aussagen überrascht Merkel. Außenpolitische Fehler räumt die Altbundeskanzlerin keine ein, wohl aber Versäumnisse hinsichtlich ihres Einflusses auf Kreml-Chef Wladimir Putin gegen Ende ihrer Amtszeit.

Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland spricht sie auch über den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2, die seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Fokus der Debatte um die Energieversorgung Deutschlands steht. Merkel rechtfertigt den Bau der Pipeline.

Merkel erklärt Standpunkt zum Zeitpunkt der Bau-Entscheidung zu Nord Stream 2

Die rund 1.234 km lange Erdgaspipeline Nord Stream 2 verläuft von Russland durch das Meer in Richtung Deutschland. Durch die Ostsee-Pipeline sollte russisches Gas geleitet werden - derzeit bleibt die Leitung angesichts der weltpolitischen Lage aber leer.

Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel begründet ihre damalige Entscheidung für den Bau der Pipeline so: „Ich habe nicht an Wandel durch Handel geglaubt, aber an Verbindung durch Handel, und zwar mit der zweitgrößten Atommacht der Welt.“ Unter Berücksichtigung aller Umstände sei das damals keine einfache Entscheidung gewesen.

Schlussendlich ausschlaggebend für den Bau sei die These „Wenn Nord Stream 2 in Betrieb ist, wird Putin durch die Ukraine kein Gas mehr liefern oder sie sogar angreifen“ gewesen, so Merkel. Der Westen habe dafür gesorgt, dass Gas trotzdem durch die Ukraine geleitet worden sei und sie so weiter Transitgebühren erhalten habe.

Merkel: Gastransport aus Russland sei ökonomisch billiger gewesen, betont Ex-Bundeskanzlerin

Weiter erklärt Merkel, dass sie und ihre Regierung sich damals für russisches Gas entschieden hätten, weil es „ökonomisch billiger“ gewesen sei, als Flüssiggas „aus Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten und später auch aus den USA.“ Von der daraus entstandenen Abhängigkeit Deutschlands von russischen Energielieferungen versucht sich die neue Regierung, allen voran Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, nun mit Alternativen loszulösen.

Dazu gehört auch der Bau von LNG-Terminals. Zu den Flüssiggas-Terminals äußert sich Merkel ebenfalls. Grundsätzlich sei man bereits gewesen, den Bau solcher Terminals mit Steuergeldern zu fördern, allerdings hätte sich dafür kein Unternehmen gefunden, „weil sich kein Importeur fand, der wegen des hohen Preises im Voraus langfristige Kapazitäten gebucht hätte“, so Merkel.

Auch interessant

Kommentare