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Vor dem Hintergrund der Krim-Krise hat der Atomgipfel an Brisanz gewonnen, wie Kanzlerin Merkels Botschaft zeigt.

Mit Blick auf Krim-Krise

Vor Atomgipfel: Merkel warnt vor "schmutzigen Bomben"

Berlin - Mit Blick auf die Krim-Krise betont Bundeskanzlerin Merkel kurz vor dem Atomgipfel die Bedeutung nuklearer Sicherheit: Den Bau "schmutziger Bomben" gelte es zu verhindern.

In Den Haag wollen Anfang der Woche 53 Staaten darüber beraten, wie atomwaffenfähiges Material vor dem Zugriff von Terroristen geschützt werden kann. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verweist darauf, wie wichtig diese Arbeit ist - auch mit Blick auf die Krim-Krise. Kurz vor dem Atomgipfel in Den Haag hob sie die Fortschritte bei der Sicherstellung von Nuklearmaterial hervor. Es gehe darum, Sabotage und den Bau „schmutziger Bomben“ zu verhindern, sagte Merkel am Samstag in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft.

Als Beispiele nannte sie die Sicherung ausgemusterter Atom-U-Boote der russischen Nordmeerflotte und von Kernmaterialien der Ukraine. Damit seien Initiativen in Gang gekommen, die außerordentlich wichtig seien „und von denen wir sagen können: Jetzt gibt es mehr Sicherheit in dieser Frage“.

Merkel fliegt an diesem Montag zum dritten Atomgipfel nach Den Haag. Vertreter von 53 Staaten beraten dort zwei Tage über den Schutz vor terroristischen Anschlägen. Am Rande kommen die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten zusammen, um die Konsequenzen aus der Krim-Krise zu erörtern, unter ihnen auch US-Präsident Barack Obama.

Merkel erläutert, weniger als zehn Länder auf der Welt besäßen Nuklearwaffen, nur rund 30 hätten Kernkraftwerke, aber fast jedes Land verfüge über Nuklearmaterial - beispielsweise aus der Medizintechnik. Es müsse sichergestellt werden, dass niemand eine „schmutzige Bombe“ bauen könne.

Die Kanzlerin bekräftigte, dass die russische Annexion der Krim auch einen Verstoß gegen das „Budapester Memorandum“ darstelle. Darin hatten die USA, Großbritannien und Russland die Unabhängigkeit und politische Integrität der Ukraine garantiert, im Gegenzug hatte die Ukraine versprochen, auf Kernwaffen zu verzichten. Als Vertreter Russlands wird Außenminister Sergej Lawrow bei dem Atomgipfel in Den Haag erwartet.

dpa

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