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Christian Deutschländer.

Kommentar

Merkel bei Trump, Seehofer bei Putin: Gute Reise!

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Während die Kanzlerin mit Verspätung in die USA fliegt, ist CSU-Chef Seehofer auf Visite in Moskau bei Wladimir Putin. Für Bayern können beide Besuche nur nützlich sein. Ein Kommentar.

Brüllattacken? Händchenhalten? Wäre beides nicht neu vom Außenpolitiker Donald Trump. Der US-Präsident ist ein unberechenbarer Gesprächspartner. Ohne Übertreibung: Für Angela Merkel steht – nun wohl am Freitag – die schwierigste Reise ihrer Amtszeit an. Ob und wie stark das transatlantische Verhältnis in die Schieflage rutscht, wird entscheidend daran hängen, ob die beiden persönlich extrem unterschiedlichen Regierungschefs einen Draht zueinander finden. Einfach wird das nicht. Aber: So massiv man innenpolitisch mit dieser Kanzlerin hadern mag – wenn irgendwer in Deutschland, vielleicht ganz Europa, dieses Treffen im Kreuz hat, dann sie.

Es ist gut so, dass Merkel als erste deutsche Politikerin diesen Besuch absolviert. Für einen innenpolitisch oder medial motivierten Wettlauf, wer das erste Foto mit Trump bekommt, ist der Termin zu wichtig. Ausnahmsweise ist hier Merkels Nüchternheit von Nutzen. Zu welchen Eskalationen es führen kann, wenn Außenpolitik allein von innenpolitischen Ängsten geleitet wird, war ja am Wochenende zwischen der Türkei und den Niederlanden abschreckend zu beobachten.

Gerade das exportabhängige Bayern muss die Reise mit besten Wünschen begleiten, wissend, welch fatale Folgen ein Handelskonflikt für Arbeitsplätze und Wohlstand (auch) bei uns hätte. Dass fast zeitgleich Seehofer zum nicht einfacheren Russen Putin fliegt, ist zwar Zufall, aber kein schlechter. Wenn der CSU-Chef in Moskau nicht mit Bückling auftritt, wenn er aus Fehlern der ersten unglücklichen Reise gelernt hat, nutzt auch dieser Dialog Bayern. In instabilen Zeiten ist Diplomatie wichtiger denn je.

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