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Letzter Auftritt als Kanzlerin - Merkel verblüfft mit ungewohntem Accessoire

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Von: Josef Forster

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Angela Merkel mit Brille
Bundeskanzlerin Angela Merkel saß bei der konstituierenden Sitzung des Bundestags auf der Tribüne © Michael Kappeler/dpa

16 Jahre lang lenkte Angela Merkel die Regierungsgeschicke. Am Mittwoch konstiuierte sich der Bundestag neu. Die Kanzlerin überraschte mit ihrem Look.

Berlin/München - Es war ein ungewohnter Anblick. Die Regierungsbank im deutschen Bundestag verwaist, das Plenum platzte dafür aus allen Nähten: Am Mittwoch (26. Oktober) fand die konstituierende Sitzung der neugewählten Volksvertretung statt. Nach der Bundestagswahl war es die erste offizielle Parlamentssitzung für die Abgeordneten - und die letzte für Angela Merkel als Bundeskanzlerin. Sie wurde noch am Abend offiziell entlassen, dennoch bleiben sie und ihr Kabinett bis zur Regierungsbildung geschäftsführend im Amt. Die erste Sitzung des Bundestags verfolgte die scheidende Kanzlerin von der Ehrentribüne aus. An der Seite von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überraschte Angela Merkel mit ihrem Look.

Angela Merkel überrascht auf Tribüne mit ungewohntem Accessoire

Während ihrer 16-jährigen Kanzlerschaft machte Bundeskanzlerin kaum Gebrauch von ihrer Brille. Erst bei der Neujahrsansprache 2005 wurde wohl den meisten Bürgern bewusst, dass Angela Merkel Brillenträgerin ist. Im Anschluss trug die Kanzlerin nur zu seltenen Anlässen, wie beispielsweise Fußballspielen, eine Sehhilfe. Dass Merkel auf ihre Brille zurückgriff, hing wohl auch mit ihrem ungewohnten Sitzplatz zusammen. Statt auf der Regierungsbank, wie in den vergangenen Jahren, saß sie zwischen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) recht weit oberhalb des Rednerpults.

Während der konstituierenden Sitzung holte Merkel ihre Brille aus der Tasche, putzte sie ausgiebig und setzte sie anschließend auf. Unter ihren bebrillten Augen mahnte der - gegen den Willen der AfD bestätigte - Alterspräsident des Bundestags, Wolfgang Schäuble: „Es braucht ein selbstbewusstes Parlament - selbstbewusste Parlamentarier.“ Wenn er die Abgeordneten zum leidenschaftlichen, aber fairen Streit aufruft: „Wenn wir das Prinzip der Repräsentation stärken wollen, dann müssen wir uns immer wieder um die Faszination der großen, strittigen Debatte bemühen.“ Für seine Rede bekam Schäuble stehende Ovationen - von allen Fraktionen.

Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier
Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verfolgen die konstituierende Sitzung des Bundestags © Michael Kappeler/dpa

Angela Merkel von Frank-Walter Steinmeier offiziell entlassen

Im weiteren Verlauf der Sitzung wählten die Abgeordneten mit großer Mehrheit Bärbel Bas zur Bundestagspräsidentin. Die SPD-Politikerin forderte einen respektvollen Umgang miteinander im Bundestag und betonte: „Wir sind nicht hier, um einander persönlich zu bekriegen.“

Der letzte Programmpunkt eines vollgepackten Tages im Reichstagsgebäudes gehörte Angela Merkel. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier entließ die Regierung formal. Die Kanzlerin und ihr Kabinett werden bis zur Wahl eines neuen Kanzlers die Regierungsgeschicke lenken. Wie oft sich Angela Merkel bis zu ihrem endgültigen Rückzug aus der Politik mit Brille präsentiert bleibt abzuwarten. (jif)

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