Bundestagswahl im September

Keine Wahlkampf-Hilfe für Laschet von Merkel? Kanzlerin hält sich wohl bedeckt

  • Anna-Katharina Ahnefeld
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Bundeskanzlerin Merkel will sich aus dem anstehenden Wahlkampf offenbar raushalten. Laschet rechnet jedoch mit Unterstützung.

Update vom 5. Juni, 16 Uhr: Hält sie sich nun raus, oder nicht? Es kursierten teils widersprüchliche Informationen zu einer Wahlkampfunterstützung Armin Laschets seitens Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zunächst hieß es, die langjährige Regierungschefin habe wenig Ambitionen, sich aktiv zu beteiligen. Der Union-Kanzlerkandidat wiederum beschwichtigte, Merkel werde durchaus „uns unterstützen“.

Nach neuen Informationen der Süddeutschen Zeitung wird Merkel sich jedoch zurückhalten. Einem aktuellen Bericht zufolge, werde die Kanzlerin „nur bei der Auftakt- und Abschlussveranstaltung ihrer Partei auftreten“, die Parteispitze habe sie über diese Entscheidung bereits in Kenntnis gesetzt. Seitens der CDU wurde diese Aussage noch nicht bestätigt, teilt die Zeitung weiter mit.

„Nicht im Entferntesten“: Keine Wahlkampf-Hilfe von Merkel? Laschet muss schon jetzt beschwichtigen

Update vom 3. Juni, 9 Uhr: Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet rechnet offenbar mit der Unterstützung Angela Merkels im Wahlkampf. Das äußerte der CDU-Chef gegenüber Zeitungen der Funke-Mediengruppe und der französischen Zeitung Ouest-France. „Angela Merkel ist die Bundeskanzlerin der Union und wird uns unterstützen. Sie wird im Wahlkampf sichtbar sein und öffentlich auftreten, bestimmt auch mal auf einer Wahlkampfbühne“, sagte Laschet.

„Wichtig ist, nicht theoretisch über Klimaschutz zu reden, sondern es in der Realität auch sozialverträglich zu machen. Das fehlt bei den Grünen“, ergänzte er in Hinblick auf das zentrale Wahlkampf-Thema Klimakrise. Es sei sein Ziel „Klimaschutz so zu gestalten, dass wir klimaneutral werden, aber Industrieland mit Stahl, Chemie und Automobilbau bleiben.“

„Nicht im Entferntesten“: Obwohl Laschet sie bräuchte - Merkel hält sich wohl völlig aus Wahlkampf raus

Erstmeldung vom 30. Mai, 14.50 Uhr:

Berlin - Der Union-Stuhl im Bundeskanzleramt in Berlin wackelt. Mit den Grünen und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock als Konkurrenz könnten CDU und CSU erstmals seit 16 Jahren in der Opposition landen. Bereits in einem spektakulären Interview mit Anne Will verkündete Angela Merkel, die Union habe „kein Abo auf das Kanzleramt“. Die Bundeskanzlerin scheint wenig Ambitionen zu haben, ihren potentiellen Nachfolger und aktuellen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet im Wahlkampf um die Bundestagswahl im September aktiv zu unterstützen. Das geht aus Informationen des Nachrichtensenders n-tv hervor.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält sich offenbar aus Wahlkampf vor Bundestagswahl 2021 raus

In aktuellen Umfragen liefern sich CDU und CSU und die Grünen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die beiden aussichtsreichsten Parteien im Kampf um das Kanzleramt liegen entweder gleichauf - oder die Union führt knapp, wie der aktuelle „Sonntagstrend“ zeigt. Seitdem bekannt wurde, dass im Ringen um die K-Frage CDU-Chef Laschet ins Rennen geht, sind dessen Umfragewerte durchwachsen. Im aktuellen Sonntagstrend liegt er bei der Beliebtheit hinter Baerbock (Platz eins) und Olaf Scholz (SPD).

Dennoch heißt es nach n-tv-Informationen aus CDU-Kreisen: „Die Kanzlerin nimmt an diesem Wahlkampf nicht im Entferntesten so teil wie früher.“ Zwar gelten einzelne Termine nicht als ausgeschlossen, doch Wahlkampf werde Angela Merkel nicht machen. Und das, obwohl Merkel in Umfragen unter anderem als beliebteste Politikerin des Landes gehandelt wird und auf 16 Kanzlerin-Jahre zurück blicken kann.

Bundestagswahl 2021 in Deutschland: Laschet muss Wahlkampf gegen Baerbock und Scholz bestreiten

Auf Anfrage in der CDU-Zentrale hieß es, es gebe keine Planung für Wahlkampfauftritte mit Merkel, berichtet die Nachrichtenplattform weiter. Dass Merkel wenig Interesse daran hat, in den Kampf um ihre Nachfolge einzugreifen, bewies sie zuletzt auch im Tauziehen zwischen Söder und Laschet. (aka)

Rubriklistenbild: © Michael Sohn

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