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Laschet greift Kanzlerin Merkel offen an und trifft auch Scholz - dann macht sich SPD-Mann über ihn lustig

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Von: Patrick Mayer

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Armin Laschet, CDU-Chef und Kanzlerkandidat, zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Armin Laschet, CDU-Chef und Kanzlerkandidat, zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. © Wolfgang Rattay/dpa/picture alliance

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet teilt gegen Olaf Scholz und Parteikollegin Angela Merkel aus. Die Reaktion der SPD lässt nicht lange auf sich warten.

München/Berlin - Es war wohl als Gefallen gedacht. Sah zumindest ganz danach aus. Die Kanzlerin wollte sich eigentlich nicht in den Wahlkampf einmischen. Das bekräftigte Angela Merkel (CDU) monatelang. Doch dann konnte die (Noch-) Regierungschefin mitansehen, wie ihre Partei und mit ihr Kanzlerkandidat Armin Laschet in den Umfragen zur Bundestagswahl 2021 Prozentpunkt um Prozentpunkt einbüßten.

Bitter: Anfang September drohte der Union mit Armin Laschet an der Spitze der Absturz unter die 20 Prozent. Wie weit das vom eigenen Anspruch entfernt ist, schildert die These von CSU-Boss Markus Söder aus dem Frühjahr, dass es für die Union bei einer Bundestagswahl eigentlich darum gehen müsse, die 35 Prozent anzugreifen.

CDU vor Bundestagswahl 2021: Angela Merkel hilft Armin Laschet - der kritisiert die Kanzlerin

Im Angriffsmodus war dann auch Angela Merkel am Dienstag (31. August), als sie SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz wissen ließ: „Mit mir als Bundeskanzlerin würde es niemals eine Koalition mit der Linken geben. In dem Zusammenhang ist es einfach so, dass da ein gewaltiger Unterschied für die Zukunft Deutschlands zwischen mir und ihm besteht.“

Dafür muss sich auch die Bundesregierung mit dem Bundesfinanzminister bewegen. 

CDU-Boss Armin Laschet

Zum Hintergrund: Die SPD hatte die Union zu diesem Zeitpunkt in der Wählergunst laut mehreren Umfragen teils deutlich überholt. Scholz - im Aufwind - ließ die Kritik abprallen, meinte im SWR, „als ehemalige Bundesvorsitzende der CDU sollte sie diese Antwort geben“. Ein Wahlkampfmanöver Merkels? Spekulation. Doch dann passierte das: Am selben Tag watschte Laschet die Kanzlerin ab, jene, die ihn offensichtlich unterstützen wollte.

Konkret: Der CDU-Chef forderte an diesem Mittwoch (1. September) mehr Ganztagsplätze an Grundschulen, die für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von zentraler Bedeutung seien. „Leider kommen wir hier aber seit Monaten kaum voran, weil Bund und Länder sich nicht über die Finanzierung einigen können“, sagte Laschet dem Tagesspiegel. „Ich sage klipp und klar: Wir sind es den Eltern in unserem Land schuldig, dass es nun endlich eine Einigung gibt. Kinder und Familien haben in der Pandemie viele Lasten tragen müssen.“

Im Video: Bundestagswahl - Olaf Scholz und SPD bleiben in Forsa-Umfrage stärkste Kraft

Er erwarte jetzt von allen Seiten, „dass man nun konstruktiv aufeinander zugeht – für die Eltern und vor allem für die Kinder in unserem Land“, meinte der 60-jährige Rheinländer und sagte in Richtung Angela Merkel sowie Olaf Scholz: „Dafür muss sich auch die Bundesregierung mit dem Bundesfinanzminister bewegen.“

Laschet polterte laut Tagesspiegel weiter: „Der Knoten muss jetzt durchschlagen werden, es muss beim Vermittlungsausschuss am Montag ein Ergebnis her, das Bundestag und Bundesrat noch in dieser Legislaturperiode beschließen können.“ Zur Einordnung: Am 26. September ist Bundestagswahl. Die Bundestagsabgeordneten aus den Fraktionen sind mit Wahlkampf in ihren Wahlkreisen beschäftigt. Damit nicht genug.

Kritik von Armin Laschet an CDU-Kanzlerin Angela Merkel und Olaf Scholz - SPD-Mann ist erstaunt

Wie der Tagesspiegel weiterschreibt, zeigte sich der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, erstaunt über Laschets Forderung. Seiner Meinung nach unterstütze gerade die Union im Bund dieses Projekt zu wenig. „Der Vorsitzende der CDU ist herzlich eingeladen, zur Umsetzung dieses zentralen SPD-Vorhabens aus dem Koalitionsvertrag beizutragen“, wird Schneider in dem Bericht zitiert: „Als ich zuletzt nachgeschaut habe, war die CDU noch an der Regierungskoalition im Bund beteiligt. Dann erwarte ich aber auch die Unterstützung seiner Bundestagsfraktion. Die SPD steht jedenfalls für gute Bildungschancen und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ (pm)

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