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Bundeskanzlerin Angela Merkel ruft dazu auf, gegenüber Flüchtlingen Mitgefühl zu zeigen.

"Wir achten die Menschenwürde jedes einzelnen"

Merkel ruft zu Mitgefühl gegenüber Flüchtlingen auf

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eindringlich zu Mitgefühl und Menschlichkeit gegenüber den Flüchtlingen in Deutschland aufgerufen und in deutlichen Worten vor Gewalt und Hetze gewarnt.

"Wir achten die Menschenwürde jedes einzelnen", sagte sie am Montag zu Beginn ihrer traditionellen Sommerpressekonferenz in Berlin. Die Kanzlerin betonte, dass viele der Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland Situationen und Ängste hätten aushalten müssen, "die uns schlicht zusammenbrechen ließen". Es gebe "Greueltaten", wie den Tod von 71 Menschen in einem Lastwagen in Österreich, "die man gar nicht fassen kann". Merkel bekräftigte das Grundrecht politisch Verfolgter auf Asyl.

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Merkel bei ihrer traditionellen Sommerpressekonferenz.

Ausdrücklich wandte sich die Kanzlerin gegen fremdenfeindliche Hetze und warnte vor Mitläufertum. Gegen Pöbler und Gewalttäter werde "mit der ganzen Härte des Rechtsstaates" vorgegangen. "Wir wenden uns gegen die, die zu Demonstrationen mit ihren Hassgesängen aufrufen." Merkel wiederholte in dem Zusammenhang eine Formulierung aus ihrer Neujahrsansprache an die Adresse derer, "die auch heute aus welchen Gründen auch immer bei solchen Demonstrationen mitlaufen: Folgen Sie denen nicht, die zu solchen Demonstrationen aufrufen." Zu oft seien "Vorurteile", "Kälte" und "sogar Hass" in deren Herzen. "Halten Sie Abstand", fügte die Regierungschefin hinzu.

Merkel hob aber auch hervor, dass Deutschland trotz der fremdenfeindlichen Ausschreitungen "in guter Verfassung" sei. Die Zahl der Helfer "überragt die Zahl der Hetzer und Fremdenfeinde um ein Vielfaches". Deswegen sei sie "stolz und dankbar".

"Es wird jetzt deutsche Flexibilität gebraucht"

Von staatlichen Einrichtungen forderte Merkel mehr Flexibilität: Deutsche Gründlichkeit sei zwar "super", aber „es wird jetzt deutsche Flexibilität gebraucht." Deutschland habe schon vieles geschafft und werde auch mit dieser Herausforderung fertig werden. „Aber wir müssen die Dinge jetzt beschleunigen.“ Deutschland müsse dafür Mut zeigen und auch bestimmte Vorgaben vorübergehend außer Kraft setzen.

Ein von der SPD gefordertes Einwanderungsgesetz sieht die Regierungschefin nicht als "vordringlichste Aufgabe" an. Merkel riet dazu, erst einmal zu schauen, wie sich die hohen Flüchtlings- und Asylzahlen künftig auf den Arbeitsmarkt auswirken würden. An diesem Punkt sei sie aber auch "keine Hellseherin.

Noch wisse niemand, wie gut etwa Bürgerkriegsflüchtlinge, die sehr lange im Land bleiben würden, ausgebildet seien. Darunter seien sicher viele junge Menschen, die einen Beruf lernen wollten. Klar sei, dass es einen "großen Umbruch" geben werde. Die Kanzlerin betonte, Deutschland sei ein Einwanderungsland.

AFP/dpa

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