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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Deutschlandtag der Jungen Union in Inzell (Bayern).

Merkel ruft Generationen zum Zusammenhalt auf

Inzell - Einen Seitenhieb gegen den JU-Rekordvorsitzenden Mißfelder kann sich Merkel nicht verkneifen. Sie erinnert an die Sache mit dem Hüftgelenk und ruft Jung und Alt zu großen Anstrengungen für Zusammenhalt auf.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Generationen zum Zusammenhalt aufgerufen. Jede Generation habe ihre Aufgabe, sagte die CDU-Vorsitzende am Freitagabend bei einem Kongress der Jungen Union im bayerischen Inzell. An die Jugend appellierte sie: „Gestalten Sie Ihr Leben. (...) Veränderung kann zu etwas Wunderbarem führen.“ Sie stimmte Jung und Alt aber auf große Anstrengungen ein, damit der Zusammenhalt nicht „außer Rand und Band“ gerate. Sie pochte erneut auf einen höchst sensiblen Umgang mit Sterbehilfe: „Ich bin überzeugt, dass wir da eine sehr restriktive Haltung haben sollten.“

Merkel bekannte erneut, dass ihr die Zustimmung zur Rente ab 63 schwer gefallen sei. Nach Ansicht in weiten Teilen der JU wurde mit der Rente ab 63 und der von der Union durchgesetzten Mütterrente die Generationengerechtigkeit aufgekündigt.

Dem scheidenden JU-Vorsitzenden Philipp Mißfelder dankte Merkel für dessen zwölfjährige Rekordamtszeit - und erinnerte zugleich an seinen Ausrutscher 2003. Der heute 35-Jährige hatte damals infrage gestellt, ob 85-Jährige noch auf Kosten der Solidargemeinschaft künstliche Hüftgelenke bekommen sollten. „Du hast nach anfänglichem unglücklichen Start verstanden, dass die Generationen zusammenhalten müssen“, sagte Merkel. Sie lobte, dass die JU heute eine gute Beziehung zur Senioren Union pflege. Sie werde mit dem nächsten JU-Vorstand genauso gut zusammenarbeiten wie mit den vorherigen Gremien.

Mißfelder sprach mit Blick auf die Kampfkandidatur um seine Nachfolge zwischen dem JU-Bundesvize Benedict Pöttering aus Niedersachsen und dem nordrhein-westfälische JU-Chef Paul Ziemiak am späten Abend von einem Experiment. Nach der letzten Kampfkandidatur um den JU-Vorsitz 1973 habe der Verband Kampfkandidaturen vermieden. Der neue Vorstand werde nun erst einmal mit Ausgleich beschäftigt sein.

Zu Mißfelders Bilanz gehörte ein kritischer Blick auf die Medien, deren Nachrichtenumschlag sich in den vergangenen Jahren massiv beschleunigt habe. Wer nicht mit kritischen Artikeln über sich leben könne, sei für die Politik ungeeignet. Aber die Reaktionszeiten würden immer kürzer und durch nötige Verkürzungen seien weder für Politiker noch für Journalisten gut.

Pöttering und Ziemiak wollen nach der Wahl für ein Zusammenrücken ihrer Lager arbeiten. Ziemiak sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Jetzt wählen wir einen neuen Bundesvorsitzenden und einen neuen Bundesvorstand. Danach widmen wir uns gemeinsam den inhaltlichen Fragen des Deutschlandtages.“ Die JU werde keinen Schaden durch die Kampfkandidatur nehmen.

Pöttering sagte der dpa: „Im Falle meiner Wahl sollte die Besetzung des Bundesvorstands so gestaltet werden, dass die Landesverbände angemessen berücksichtigt und repräsentiert werden, so wie es jetzt auch der Fall ist.“

Die JU ist nach eigenen Angaben mit 117 000 Mitgliedern der größte Jugendverband Europas.

dpa

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