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Merkel geht unerwartet scharf auf Scholz los: „Ein gewaltiger Unterschied zwischen uns“

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Merkelt Scholz sich ins Bundeskanzleramt? Ein gern erhobener Vorwurf seiner politischen Konkurrenz. Bundeskanzlerin Merkel erteilt nun eine deutliche Absage.

Berlin – „Sie können nicht spielen wie Angela Merkel und reden wie Saskia Esken“, preschte Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet beim TV-Triell los. Zielscheibe: Der Kanzlerkandidat der SPD, Olaf Scholz. Zuletzt wurde vermehrt der Vergleich des Sozialdemokraten zu seiner bisherigen Chefin herangezogen. Dieser imitiere die Kanzlerin. Merkelt sich der Scholz-Zug gar ins Bundeskanzleramt? Die Umfragen scheinen ihm Recht zu geben. Doch Bundeskanzlerin Angela Merkel erteilte dieser Taktik nun zumindest ihrerseits eine klare Absage.

„Rotangestrichende Merkel“, kommentierte bereits Anfang August die Frankfurter Allgemeine. Auf dem SZ-Magazin übte der Vize-Kanzler gar die ikonische Merkel-Raute. Und CSU-Chef Markus Söder sprach in diesem Zusammenhang schon von „Erbschleicherei“ und warnte vor einem „historischen Linksrutsch“.

Merkel mischt sich unerwartet ein: „niemals eine Koalition mit der Linken geben“

Die Bundeskanzlerin hatte sich bisher nur ganz vereinzelt in den Bundestagswahlkampf eingemischt. Am Dienstag (31. August) während einer Pressekonferenz mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) attackierte sie nun überraschend den SPD-Kanzlerkandidaten bezüglich einer möglichen Koalition mit der Links-Partei. Dabei fand sie klare Worte.

Zwar freue sie, dass innerhalb der SPD positiv über die gemeinsame Koalition gesprochen werde. Gleichwohl forderte sie Scholz dazu auf, klare Kante hinsichtlich einer möglichen Zusammenarbeit nach der Bundestagswahl zu zeigen. „Mit mir als Bundeskanzlerin würde es nie eine Koalition geben, an der die Linke beteiligt ist“, sagte Merkel entschieden. „Ob dies von Olaf Scholz so geteilt wird oder nicht, das bleibt offen.“ In diesem Zusammenhang sei es „so, dass da ein gewaltiger Unterschied für die Zukunft Deutschlands zwischen mir und ihm besteht“.

Bundestagswahl 2021: Bundeskanzlerin Merkel erteilt Scholz-Vergleich klare Absage

Weiter gab sie an, sie erwarte, „dass es für die Zukunft sehr klarer Aussagen über die Fortführung der Regierungsarbeit egal in welcher Konstellation bedarf“. Insbesondere dann, „wenn man sich auf mich beruft“, so Merkel.

Auch Laschet hatte am Sonntag (29. August) während der TV-Runde der Spitzenkandidaten und Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock eine Antwort von Scholz hinsichtlich der Linken verlangt. Die Partei war zuletzt wegen ihrer Enthaltung zum Afghanistan-Rettungseinsatz scharf in die Kritik geraten. Aktuellen Erhebungen zufolge, ist das Bündnis Rot-Rot-Grün eine mögliche Option. Die Linke signalisierte bereits ihr Interesse. (aka)

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