+
Senioren, Flüchtlinge, Familien, Kinder? Wie steht es um die Chancengleichheit in Deutschland?

Merkel sieht Defizite

Wie steht es um die Chancengleichheit in Deutschland?

Leipzig - Um die Chancengleichheit in Deutschland ist es nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Merkel nicht zum Besten bestellt. Die Probleme reichten von Flüchtlingen bis hin zu Älteren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht Defizite bei der Chancengleichheit in Deutschland. Demokratie und Freiheit in der Bundesrepublik eröffneten zwar viele Spielräume. Aber: „Wir sollten nicht übersehen, dass die Teilhabechancen in unserer Gesellschaft nicht gleichmäßig verteilt sind“, sagte Merkel am Mittwoch beim 80. Deutschen Fürsorgetag in Leipzig. Es gebe Hürden für Flüchtlinge, Familien und ältere Menschen.

Merkel sprach sich in dem Zusammenhang für mehr Lehrer mit Migrationshintergrund an Deutschlands Schulen aus. Ein Drittel der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren in der Bundesrepublik habe inzwischen ausländische Wurzeln. Das bedeute ganz neue Herausforderungen.

Deutschkenntnisse seien das A und O für eine gesellschaftliche Teilhabe. „Das leuchtet jedem ein. Denn wenn man sich nicht verständigen kann, dann ist es schwierig. Und wir wissen, dass gerade Deutschkenntnisse und Bildungsabschlüsse aufs engste zusammenhängen.“

Zudem wiesen Menschen mit Migrationshintergrund immer noch schlechtere Ausbildungsstatistiken auf, sagte Merkel. „Das heißt, auch hier muss weiter gearbeitet werden.“

Problem demographischer Wandel

Ein weiteres großes Problem in Deutschland sei die Alterung der Gesellschaft. „Unsere Städte, unsere Gemeinden sind noch nicht vorbereitet auf diesen demografischen Wandel.“

Altersgerechtes Wohnen, Mobilität, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung - all das habe sehr viel mit Teilhabe zu tun. „Und wer heute nicht so mobil ist und im ländlichen Raum wohnt, der hat zum Teil schon große Schwierigkeiten.“ Die Bundesregierung arbeite deswegen daran, die Versorgung mit Ärzten im ländlichen Raum zu verbessern. „Aber das ist alles andere als ein Selbstläufer.“

Der 80. Deutsche Fürsorgetag steht unter dem Motto „Teilhaben und Teil sein“. Er wird veranstaltet vom Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge. 2000 Teilnehmer hatten sich für den dreitägigen Sozialkongress angemeldet.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentar: SPD stellt Wahlprogramm - und wo war Schulz?
Eigentlich müsste Herausforderer Martin Schulz (SPD) die Kanzlerin mit einem Feuerwerk an Ideen vor sich hertreiben. Stattdessen taucht er ab und setzt auf einen fernen …
Kommentar: SPD stellt Wahlprogramm - und wo war Schulz?
Trump in Israel: Wir werden einen Nahost-Deal hinbekommen
US-Präsident Donald Trump gibt sich nach seinem Aufenthalt in Saudi-Arabien und dem ersten Besuchstag in Israel fest von sehr guten Bedingungen für einen Frieden in …
Trump in Israel: Wir werden einen Nahost-Deal hinbekommen
SPD-Programm bleibt unkonkret: Ein bisschen Steuern, ein bisschen Rente
Sicherheit, Familienpolitik, Steuern: Die SPD hat Eckpunkte ihres Wahlprogramms vorgestellt. Damit will Parteichef Martin Schulz wieder in die Offensive kommen. Selbst …
SPD-Programm bleibt unkonkret: Ein bisschen Steuern, ein bisschen Rente
Union will Steuern senken und mehr investieren
Viel Zeit bleibt nicht: Anfang Juli will die Union ein gemeinsames Wahlprogramm vorlegen. Inhaltlich sind CDU und CSU in vielen Punkten schon auf einer Wellenlänge. Aber …
Union will Steuern senken und mehr investieren

Kommentare