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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht am 03.05.2016 in Berlin bei das französische Gymnasium Lyceé Francais im Rahmen des EU-Projekttages. 

Kanzlerin besucht Schule und redet über Zuwanderung

Merkel sieht Flüchtlingskrise als Test für Europa

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht in den hohen Flüchtlingszahlen einen Test für Europas Zusammenhalt. Gegenüber Schülern begründete Merkel, warum Deutschland in der Flüchtlingsfrage in der Verantwortung ist.

Europa werde von außen getestet, ob es zum gemeinsam Erreichten stehe, sagte Merkel am Dienstag bei einer Diskussion mit Schülern in Berlin. Die Aufnahme hunderttausender Flüchtlinge in Deutschland begründete die Kanzlerin auch mit der deutschen Geschichte. Diese Entscheidung sei ein "Beitrag auch zur europäischen Einheit" gewesen.

Ein erstes Beispiel für einen Test Europas von außen sei die Euro-Krise gewesen, sagte Merkel. "Da haben die Finanzmärkte gesagt, jetzt wollen wir mal gucken, ob die zusammenhalten oder ob die bei den ganzen unterschiedlichen Wirtschaftsstärken nicht doch auseinanderfallen", sagte die Kanzlerin während eines Besuch am Französischen Gymnasium in Berlin. Diese "Attacke" auf den Euro habe Europa "im großen Ganzen erstmal ganz gut bestanden".

Merkel warnt vor Rückfall in dauerhafte nationale Grenzkontrollen

Mit Blick auf die hohen Flüchtlingszahlen und die darüber in der Europäischen Union geführte Debatte fügte Merkel hinzu: "Jetzt sehe ich die ganze Flüchtlingsfrage wie so eine zweite Welle, wo jetzt getestet wird, können die denn das, was jedes Land kann, nämlich ihre Außengrenzen schützen?"

Derzeit sei die Schengen-Außengrenze besonders im Süden unter Druck. "Und jetzt guckt die Welt und sagt: Tja, nun wollen wir mal gucken, ob sie wieder zurückfallen zu Nationalstaaten oder ob sie ihre Außengrenze schützen", sagte Merkel. Inzwischen seien sich aber alle EU-Staaten einig, dass ein "Rückfall in dauerhafte nationale Grenzkontrollen" ein großer Rückschritt für Europa wäre.

Merkel verteidigt ihren Kurs

Merkel verteidigte vor den Schülern ihren Kurs für die Aufnahme von Flüchtlingen besonders aus dem syrischen Bürgerkrieg. "Müssen 500 Millionen Europäer nicht auch bereit sein, finde ich, in einem solchen Bürgerkrieg, für den wir diplomatisch bisher nicht gerade eine gute Lösung gefunden haben, auch vielleicht eine Million Syrer aufzunehmen?", fragte die Kanzlerin. "Da glaube ich, das ist unsere Verantwortung."

Die Vorreiterrolle Deutschlands bei der Aufnahme von Flüchtlingen begründete Merkel auch mit der deutschen Geschichte. "Wenn Deutschland da jetzt mal etwas mehr tut, würde ich Folgendes in die Waagschale werfen: Wir haben viel Glück gehabt nach dem Zweiten Weltkrieg, dass man uns wieder aufgenommen hat in die Staatengemeinschaft", sagte sie und betonte auch die Tatsache, dass die Deutsche Einheit "in Frieden mit unseren Nachbarn" möglich gewesen sei.

Die Entscheidung sei auch berechtigt, da Deutschland weniger als etwa Frankreich und Großbritannien für Verteidigung ausgebe und derzeit wirtschaftlich stark sei. "Dass wir jetzt ein paar Monate sehr viele Flüchtlinge genommen haben, das ist ein Beitrag auch zur europäischen Einheit", sagte Merkel. Dieser Beitrag werde Deutschland nicht überfordern, habe aber dazu beigetragen, "dass Europa ein bisschen Zeit gewonnen hat zu lernen, wie wir diese Herausforderung bewältigen".

AFP

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