Angela Merkel verlässt die Pressekonferenz zum Impfgipfel, daneben Kommentator Georg Anastasiadis
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Links Bundeskanzlerin Angela Merkel, rechts Kommentator Georg Anastasiadis.

Kommentar

Panik in der Union: Merkel, Laschet und Söder könnte es noch diese Woche eiskalt erwischen

  • Georg Anastasiadis
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Endet für die Union die Ära Merkel so wie die Ära Kohl in Tränen? Die Warnzeichen häufen sich. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

München - Löw geht. Merkel* geht. Durch die Republik weht, seit gestern noch ein bisschen mehr, ein Hauch von Abschied. Und in der Union beginnen sie zu ahnen, dass der kalte Luftzug auch sie erwischen könnte: Zum Impfversagen und dem schwachen Agieren wichtiger Unionsbundesminister gesellt sich für CDU* und CSU* zum unglücklichsten Zeitpunkt eine Vertrauenskrise, ausgelöst durch eine – noch nicht abschließend zu überblickende – Zahl von Abgeordneten, die sich an der Not des Volkes bereichert haben.

Das erinnert ungut an die Spätphase der Ära Kohl. Auch damals verband sich eine Wahrnehmung, die Regierung habe die Probleme nicht im Griff – Deutschland galt mit über vier Millionen Arbeitslosen als der kranke Mann Europas – mit dem Gefühl des Überdrusses am Ende einer zu lang geratenen 16-jährigen Regierungszeit (die ein Jahr später im Sumpf der Spendenaffäre versinken sollte). Übrigens: Auch für den damaligen langjährigen Fußball-Nationaltrainer Berti Vogts war mit der Zeitenwende 1998 Schluss, so wie für Kanzler Helmut Kohl.

Merkel, Söder und Laschet könnte es noch diese Woche eiskalt erwischen

Wiederholt sich die Geschichte? 2021 muss nicht so enden wie 1998. Aber die anschwellende Panik in der Union zeigt, für wie gefährlich man das giftige Gebräu hält, das da gerade zusammengerührt wird. Selbst Medien wie der „Spiegel“, die Merkels Amtszeit* lange freundlich begleiteten, schreiben plötzlich von einer „verdorbenen Kanzlerschaft“. In der Coronakrise* ist die zuvor gerühmte „ruhige Hand“ zum Synonym für ideenloses Verwalten geworden, für ein in Bürokratie erstarrtes Land, das nicht die Kraft und den Mut findet, so zupackend auf die Viruskatastrophe zu reagieren, wie es einige Volksvertreter mit Blick auf ihre persönlichen Finanzen taten.

Die erste Quittung dürfte die CDU schon am kommenden Sonntag bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kassieren. Regiert außer in Mainz künftig auch in Stuttgart eine Ampelkoalitionen ohne Beteiligung der CDU, könnten Grüne, SPD* und FDP* das leicht zum Modell für Berlin hochstilisieren. Man wird das zwar kaum dem neuen CDU-Chef Armin Laschet anlasten können. Trotzdem dürfte das plötzlich real gewordene Risiko eines Machtverlusts auch im Bund für Bewegung im Ringen um die K-Frage sorgen: Laschet ist der gesetzte Kandidat – aber nur, solange die Union ihm den Sieg zutraut und nicht nach einem Münchner Retter in der Not ruft. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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