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Bundeskanzlerin Angela Merkel winkt am 12.08.2017 in Dortmund bei ihrem Auftritt.

Rede in Dortmund

Merkel fordert engagierten Wahlkampf - und kritisiert Autobosse

Sechs Wochen vor der Bundestagswahl hat die Angela Merkel zu einem engagierten Wahlkampf aufgerufen. „Wir müssen kämpfen“, forderte sie - und nahm sich die deutschen Autobosse zur Brust.

„Wir müssen werben, wir müssen kämpfen, wir müssen eintreten für unsere Anliegen“, sagte die Kanzlerin am Samstag in Dortmund. Sie sprach bei einer öffentlichen Veranstaltung der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) über das Programm der CDU. Die Union liegt in allen Meinungsumfragen weit vor der SPD. Merkel schneidet deutlich besser ab als ihr Herausforderer, SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz.

Kritik an Autobossen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat von den deutschen Autobossen in der Diesel-Affäre verlangt, rasch verspieltes Vertrauen wieder herzustellen. „Weite Teile der Automobilindustrie haben unglaubliches Vertrauen verspielt“, sagte Merkel am Samstag zum Start in die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs bei einer Veranstaltung des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA) in Dortmund. Dies müssten die Unternehmensführungen nun wieder herstellen. „Da muss gehandelt werden.“ Ehrlichkeit gehöre zur sozialen Marktwirtschaft.

„Das, was man da unter den Tisch gekehrt hat, oder wo man Lücken in den Abgastests einfach massiv genutzt hat bis zur Unkenntlichkeit, das zerstört Vertrauen“, kritisierte Merkel. Nun könne nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. „Das wird noch viele Diskussionen hervorrufen.“

Wenn Deutschland Automobilstandort Nummer eins bleiben wolle, müsse man künftig stärker etwa auf die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien setzen, das autonome Fahren und die Vernetzung von Mobilität weiterbringen. „Die Frage, ob die deutsche Automobilindustrie diese Zeichen der Zeit erkannt hat, wird über ihre Zukunft entscheiden. Und damit über Hunderttausende von Arbeitsplätzen“, rief Merkel.

Zur Einführung einer EU-weiten Elektroauto-Quote äußerte die Kanzlerin sich kritisch. Eine solche hatte jüngst ihr Herausforderer Martin Schulz vorgeschlagen.

Merkel lobt Erfolge auf Arbeitsmarkt

Merkel hat auch Erfolge ihrer Regierung auf dem Arbeitsmarkt hervorgehoben. Seit der Übernahme ihrer Kanzlerschaft habe sich die Arbeitslosigkeit halbiert. Im März 2006 seien es über fünf Millionen Arbeitslose gewesen, sagte Merkel am Samstag in Dortmund. „Heute haben wir 44 Millionen Erwerbstätige in Deutschland. Das sind richtig tolle Zahlen.“

Als Erfolge nannte sie die Einführung des Mindestlohns durch die große Koalition und die Leitplanken für die Leiharbeit. „Der Mindestlohn hat vielen Menschen mehr Sicherheit gebracht“, betonte die Kanzlerin. „Die soziale Marktwirtschaft bedarf immer wieder des politischen Eingreifens.“ Sonst würden Lücken genutzt.

Bis zur Bundestagswahl am 24. September will Merkel rund 50 Wahlkampftermine wahrnehmen. Zurzeit liegt die Union in Umfragen mit knapp 40 Prozent deutlich vor der SPD.

Unsere Kollegen von wa.de* waren vor Ort, hier berichtet der Chefredakteur, wie er den Auftritt der Kanzlerin wahrgenommen hat.

dpa

*wa.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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